Was Tierheilpraktiker wissen sollten, um das richtige Otoskop für sich zu finden

In der Tierheilpraxis ist ein Otoskop für die Untersuchung des Gehörgangs unentbehrlich. Zu meinen Praxisseminaren bringen (angehende) Tierheilpraktiker und Wiedereinsteiger Otoskope in unterschiedlichen Ausführungen und Preislagen mit.

  1. Nicht alle Otoskope haben eine LED- oder Xenon-Beleuchtung. Wenn aber doch, dann ist es von Vorteil, ein Marken-Otoskop (zum Beispiel von HEINE oder Riester) zu besitzen, denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass günstige No-Name-Exemplare den Gehörgang teils extrem grell-weiß ausleuchten, so dass kaum noch etwas zu erkennen ist. Keinesfalls sollten Sie auf die Idee kommen, zum Beispiel mit dem LED-Licht des Otoskops in das Auge eines Tieres zu leuchten. Dies ist nicht nur unangenehm, sondern das intensive Licht kann unter Umständen auch das Auge schädigen.
  2. Zudem gibt es Otoskope in unterschiedlichen Größen. Große Otoskope mit Lade-, Steckdosen- oder Batteriegriff liegen meist recht schwer in der Hand. Dafür können Sie aber in der Regel individuell „konfiguriert“ werden. Das heißt, neben der Auswahl des Griffs können unterschiedliche Aufsätze für die Untersuchung des Ohres gewählt werden (beispielsweise Otoskopkopf sowie Veterinär-Kopfstück mit oder ohne Adapter). Aufgrund von Größe und Gewicht können Mini-Otoskope gut in die Tasche von Hose oder Oberteil gesteckt werden. Unterstützt wird dies durch einen Clip am Otoskopgriff.
  3. In der Regel können auf jedes Otoskop entweder Einweg- oder Mehrweg-Ohrtrichter aus Kunststoff (mit unterschiedlicher Länge und/oder distalem Durchmesser) aufgesetzt werden. Wird ein Veterinär-Kopfstück genutzt, dann ist ein zusätzlicher Adapter für den Gebrauch eines Einweg-Ohrtrichters erforderlich – dieser verbindet Trichter und Kopfstück miteinander. Ich persönlich finde, trotz der nicht zu leugnenden Umweltbelastung, Einweg-Ohrtrichter sehr praktisch, da diese nach der Verwendung leicht gewechselt und direkt entsorgt werden können. Eine Keimübertragung wird hierdurch verhindert. Die Mehrweg-Variante vermeidet zwar Müll, dafür muss sie nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt, desinfiziert und sogar sterilisiert werden. Während die Trichter für ein großes Otoskop recht lang sind, haben kleinere Modelle etwas kürzere Ohrtrichter. Diese sind vor allem für Katzen, kleinere Hunde und Toy-Rassen geeignet.
  4. Darüber hinaus unterscheiden sich Otoskope in der Art und Weise der Bedienung. Während bei einem großen Otoskop auf einen kleinen Entriegelungsknopf gedrückt und parallel dazu ein Kranz im Uhrzeigersinn gedreht werden muss, ist das Handling von Mini-Otoskopen sehr viel einfacher. Bei ihnen wird lediglich ein Schiebeschalter betätigt, um das Instrument ein- oder auszuschalten. Besonders praktisch ist bei der großen Variante, dass die Stärke der Helligkeit auf einer Skala von null bis eins individuell an- oder absteigend reguliert werden kann. Die Beleuchtungsstärke wird durch einen Balken dargestellt, der durch eine Öffnung im Kranz zu sehen ist.
  5. Wichtig ist zudem das Material. Einige Otoskope sind matt oder glänzend verchromt. Dies ist so lange kein Problem, bis die Chromschicht „abblättert“. Dann wird es höchste Zeit ein solches Otoskop auszusortieren, da es leicht rostet.

Große Unterschiede gibt es außerdem bei dem Preis. Große Marken-Otoskope können leicht 200,00 Euro und mehr kosten. Dagegen sind Marken-Mini-Otoskope geradezu günstig – sie kosten teils sogar unter 100,00 Euro.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Otoskop kann zum Beispiel eine sehr helle LED- bzw. Xenon-Beleuchtung haben. Diese eignet sich nicht für ein Leuchten ins Auge, da es hierdurch zu Schädigungen kommen kann.
  • Große Otoskope liegen meist recht schwer in der Hand, dafür sind sie im Gegensatz zu kleinen Otoskopen individuell „konfigurierbar“.
  • Mini-Otoskope haben nur wenig Eigengewicht und können gut in die Tasche von Hose oder Oberteil gesteckt werden. Dabei hilft ein Clip.
  • Auf die Instrumente können Einweg- oder Mehrweg-Ohrtrichter aus Kunststoff gesetzt werden. Sie variieren in Länge und/oder distalem Durchmesser.
  • Die kürzeren Trichter eines Mini-Otoskops eignen sich besonders für Katzen, kleinere Hunde und Toy-Rassen.
  • Die Helligkeit eines großen Otoskops kann individuell und fließend auf einer Skala von null bis eins reguliert werden. Angeschaltet werden sie durch gleichzeitiges Drücken und Drehen eines Schalters bzw. Kranzes. Kleine Otoskope werden durch einen Schiebeschalter an- und ausgeschaltet.
  • Blättert die Verchromung eines Otoskops ab, dann muss dieses sofort aussortiert werden, da es leicht rostet.
  • Große Marken-Otoskope sind deutlich teurer als die kleinere Variante, die schon für unter 100,00 Euro angeboten wird.

Zur Autorin

Sabine Nawotka ist Diplom-Ökonomin mit Schwerpunkt Marketing, Social-Media-Managerin IHK, Tierheilpraktikerin und Dozentin. Die Ausbildung zur Tierheilpraktikerin war ihr so wichtig, dass sie währenddessen sogar ein attraktives Jobangebot in London abgelehnt hat. Sie lebt und arbeitet seit 1997 in Münster. Seit der Gründung ihrer Tierheilpraxis im Jahr 2002 hat sie den festen Wunsch, nicht nur Hund, Katze oder Pferd erfolgreich naturheilkundlich zu behandeln, sondern Tierheilpraktiker außerdem noch professioneller zu machen.

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