Homöopathische Tierarzneimittel bevorraten?

In meinen Seminaren für Tierheilpraktiker werde ich immer wieder Folgendes gefragt: „Welche homöopathischen Arzneimittel sollte ich mir zum Start der eigenen Tierheilpraxis anschaffen? Welche Potenzen sind dabei wichtig?“ Bevor ich schildere, wie ich selbst damit umgehe, sollten Sie wissen:

  1. Betriebswirtschaftlich betrachtet, stellt der Kauf – in diesem Fall von homöopathischen Arzneimitteln – zunächst einmal eine Bindung von Kapital dar. Dies hat zur Folge, dass das zuvor in Medikamente investierte Geld erst einmal wieder durch die Anwendung der Arzneimittel beim vierbeinigen Patienten reingeholt werden muss.
  2. Je mehr homöopathische Arzneimittel angeschafft werden, desto mehr von ihnen können das Verfallsdatum erreichen. Dadurch verlieren Sie Geld, weil es in Form von zu entsorgender Arzneimittel gebunden ist. Dieser Aspekt ist vor allem dann wichtig, wenn Sie mit Ihrer Tierheilpraxis starten und sich die Patientenzahl zu Beginn Ihrer Tätigkeit erst einmal nach oben entwickeln muss. Noch problematischer wird es aus betriebswirtschaftlicher Sicht, wenn Sie von homöopathischen Einzelmitteln auch noch verschiedene Potenzen haben. Dann wird die Umwandlung von „Ware“ in Kapital noch schwieriger und die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Mittel verfällt und damit kein Geld einbringt.

Was ist also die Lösung dieser Probleme? Ich selbst arbeite nicht ausschließlich klassisch homöopathisch*, sondern wende durchaus immer wieder homöopathische Ad us. vet.-Komplexmittel (zum Beispiel von Dr. Assmann, Heel oder DHU) an. Darüber hinaus liegt der Interessenschwerpunkt meiner Tierheilpraxis auf dem Verdauungssystem und Bewegungsapparat von Hund, Katze und Pferd. In meinem Arzneimittelbestand finden sich daher lediglich sieben (!) homöopathische Ad us. vet.-Komplexmittel. Diese sieben Mittel kommen (erfahrungsgemäß) in meiner Tierheilpraxis immer wieder zum Einsatz. Für alle anderen homöopathischen Arzneimittel, die für einen Patientenfall benötigt werden, stelle ich ein Rezept aus. Dieses kann der Patientenbesitzer in der Apotheke für die Weiterbehandlung des Vierbeiners einlösen. Die Vorteile, die sich daraus für mich ergeben, sind folgende:

  1. Durch die geringe Anzahl von bevorrateten homöopathischen Ad us. vet.-Arzneimitteln wird relativ wenig Kapital gebunden. Damit nimmt auch das Risiko ab, dass die „Ware“ nicht in Geld umgewandelt wird.
  2. Da Tierheilpraktiker überwiegend mit chronischen Erkrankungen beim Tier konfrontiert werden, sind Notfälle seltener. Daher ist ein kurzfristig verfügbarer Arzneimittelbestand sowieso nur in einigen wenigen Fällen erforderlich.
  3. Da homöopathische Ad us. vet.-Komplexmittel überwiegend in Ampullenform angeboten werden, können sie vielfältig beim Tier angewendet werden (zum Beispiel oral, per Injektion oder durch Aufsprühen oder Einreiben in die Haut).
  4. Eine geringe Anzahl homöopathischer Ad us. vet.-Medikamente bedeutet weniger Arzneimittelnachweise (für Erwerb und Anwendung), aber auch ein geringeres Risiko, dass diese Mittel verfallen und ungenutzt entsorgt werden müssen (siehe oben).
  5. Schon die aktive Einlösung des Rezepts kann dazu beitragen, dass sich ein Patientenbesitzer in den Behandlungsprozess seines Tieres stärker eingebunden fühlt. Dies fördert unter anderem eine positive Beziehung zwischen Mensch und Tier.

Fazit: Weniger kann auch mehr sein. Von daher sollte der Kauf von homöopathischen Arzneimitteln und damit ihre Bevorratung von Tierheilpraktikern immer gut abgewogen werden.

* Ich weise darauf hin, dass diese Therapie(n) wissenschaftlich umstritten und von der Lehrmedizin nicht anerkannt ist/sind.

Kurz über mich als Autorin

Ich bin Sabine Nawotka – Diplom-Ökonomin mit Schwerpunkt Marketing und Social-Media-Managerin IHK. Ich arbeite als verbandsüberprüfte Tierheilpraktikerin mobil in und um Münster. Außerdem gebe ich Seminare und Kurse für (angehende) Tierheilpraktiker. Die Ausbildung zur Tierheilpraktikerin war mir so wichtig, dass ich währenddessen sogar ein attraktives Jobangebot in London abgelehnt habe. Ich lebe und arbeite seit 1997 in Münster. Seit der Gründung meiner Tierheilpraxis im Jahr 2002 habe ich den festen Wunsch, nicht nur Hund, Katze oder Pferd naturheilkundlich zu behandeln und artgerecht zu ernähren, sondern außerdem Tierheilpraktiker noch professioneller zu machen.

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