Untergewicht beim Hund trotz gut gefülltem Napf

Etwas mehr als die Hälfte aller Hunde gilt in Deutschland als zu dick. Doch was ist mit den Tieren, die genau das Gegenteil davon sind? Die nämlich nicht mehr Normal-, sondern (tendenziell) Untergewicht haben. Die Gründe für ein zu geringes Körpergewicht, können bei einem erwachsenen Hund vielfältig sein. Sie reichen ganz grob gesagt von einer gestörten Futteraufnahme bzw. -verwertung bis hin zu einem meist krankhaften Kalorienverlust. Doch nicht immer verbirgt sich hinter dem Untergewicht eines Hundes eine Erkrankung. Auch Fehler bei Futter bzw. Fütterung können zu einer nicht beabsichtigten Gewichtsabnahme führen.

Zu dünn? Normal? Zu dick?

Nicht jeder Hundebesitzer hat zu Hause eine digitale Personenwaage, wohnt in der Nähe eines Tierarztes oder eines Futtermarktes mit Tierwaage, um das Körpergewicht seines erwachsenen Hundes objektiv zu kontrollieren.

Eine sehr einfache, wenn auch subjektiv gefärbte Methode, um den Ernährungszustand eines Hundes ohne Waage zu beurteilen, ist der sogenannte Body Condition Score (BCS). Diese Untersuchungsmethode beurteilt die Körperkondition eines Hundes mithilfe von Adspektion (optische Überprüfung) und Palpation (Betasten). Hierzu wird das Tier zunächst von der Seite sowie von oben betrachtet. Erst danach werden die Rippen und der Bauchbereich des Hundes betastet.

Die Einteilung der gewonnenen Ergebnisse erfolgt auf einer BCS-Skala von eins bis neun. Dies ist der ursprüngliche Body Condition Score nach LaFlamme. Bei dieser 9-stufigen Skala beschreiben die Stufen eins bis vier ein zu dünnes Tier, die Stufe fünf gilt bei einem Hund als ideal und die Stufen sechs bis neun drücken ein ansteigendes Übergewicht aus. Zudem gibt es eine vereinfachte 5-stufige BCS-Skala.

Untergewicht: Erkrankung? Ja oder nein?

Eine Gewichtsabnahme kann beispielsweise auf eine gestörte Futteraufnahme zurückgehen. Dahinter steht etwa eine Dysphagie, also eine Schluckstörung zum Beispiel aufgrund von Entzündungen im Maulbereich, die Anorexie (Appetitlosigkeit), das Regurgitieren (Zurückfließen des Speiseröhren- oder Mageninhalts), aber auch Vomitus (Erbrechen) und Diarrhoe (Durchfall).

Darüber hinaus kommt eine gestörte Futterverwertung für Untergewicht infrage. Hierzu gehört

  • erstens, die Malabsorption, das bedeutet eine mangelhafte Aufnahme von Nährstoffen aus dem vorverdauten Chymus (Futterbrei). Derartige Störungen können auf virale, bakterielle oder mykotische Erkrankungen des Darms sowie Endoparasiten (u. a. Darmparasiten), Futtermittelunverträglichkeiten, eine chronische Darmentzündung (Inflammatory Bowel Disease (IBD)) bzw. Geschwüre oder Tumore im Verdauungstrakt zurückgehen.
  • Zweitens, kann hinter dieser Problematik eine Maldigestion (unzureichende Verdauung von Nährstoffen) stehen, die durch eine Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) oder einen Gallensäuremangel ausgelöst wird.
  • Drittens, müssen endokrine Ursachen wie etwa Diabetes mellitus (DM) oder der Hypokortisolismus (Morbus Addison (MA)) in Betracht gezogen werden.
  • Viertens, kann sich ein Organversagen wie bei einer Leber-, Herz- oder Niereninsuffizienz hinter einer gestörten Futterverwertung verbergen.

Zu guter Letzt ist unter Umständen ein krankhafter Kalorienverlust für die Reduktion des Körpergewichts verantwortlich – hierbei geht es um Einbußen bei Protein und Energie. Zu einem Proteinverlust kommt es unter anderem bei Darm- oder auch Nierenerkrankungen sowie bei chronischen Blutungen. Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), Fieber, Gravidität (Trächtigkeit) und Laktation (Milchabgabe) hingegen zehren Energie auf.

Um Erkrankungen als Ursache für eine (akute) Gewichtsabnahme auf die Spur zu kommen bzw. auszuschließen, bietet beispielsweise das Veterinärlabor VetScreen für den Hund zwei spezielle Basistests auf der Grundlage von Blut und Kot an:

  1. das Abmagerungs-Screen I (untersucht werden α-Amylase, Lipase, Gesamteiweiß, Kreatinin via Blut plus parasitologische Untersuchung und Darmflora-Screen (Thema sind hier Bakteriologie und Mykologie (obligat pathogene Keime, Dysbakterien, Gasbildner sowie pH-Wert); die letzten beiden Tests via Kot) sowie
  2. das Abmagerungs-Screen II (untersucht werden Albumin, Gesamteiweiß, GLDH, AP, ALT inklusive kleines Blutbild plus Überprüfung der pankreatischen Elastase via Kot).

Die aufgrund der Befunde gewonnenen Erkenntnisse können dazu genutzt werden, um möglicherweise weitere vertiefende (Labor-)Untersuchungen anzustoßen.

Individueller Energiebedarf

Sind bei einem Hund Krankheiten als Ursache für ein Untergewicht ausgeschlossen, dann gilt es andere Gründe für das Problem zu finden. Dass ein Hund zeitweilig oder dauerhaft zu wenig wiegt, kann schlichtweg daran liegen, dass sein täglicher Energiebedarf nicht ausreichend durch die Tagesfutterration gedeckt wird. Dieser Grund klingt banal, er taucht jedoch immer wieder in meinem Praxisalltag auf – vor allem bei gebarften Hunden. Jedoch können auch Tiere, die mit einem industriellen Futtermittel ernährt werden davon betroffen sein.

Für einen erwachsenen Hund empfehlen beispielsweise Barf-Bücher oder -Blogs häufig eine tägliche Futtermenge, die zwei bis vier Prozent seines Körpergewichts entspricht. Aufgrund eigener Erfahrungen verlasse ich mich jedoch nicht auf diese Faustregel, sondern berechne den durchschnittlichen täglichen Energiebedarf für jeden Patientenhund individuell – ganz gleich, ob das Tier gebarft wird oder aber nicht.

Energieplus für kleine Rassen und Extraleistung

Doch kommen wir zurück auf den durchschnittlichen täglichen Energiebedarf eines erwachsenen Hundes. Er hängt unter anderem davon ab, wie groß die Körperoberfläche eines Hundes bezogen auf seine Körpermasse (KM) ist. Dieser Aspekt ist wichtig, da ein großer Teil der Körperenergie in Form von Wärme über die Haut verloren geht. (Sehr) kleine Hunde wie etwa Chihuahua, Bolonka Zwetna, Zwergpudel oder Yorkshire Terrier haben deshalb im Vergleich zu größeren Hunderassen eine relativ große Körperoberfläche, so dass ihr Energiebedarf pro kg KM höher ist.

Aus diesem Grund darf nicht das „normale“ Körpergewicht eines Hundes für die Berechnung seines täglichen Energiebedarfs genutzt werden, sondern richtigerweise das sogenannte metabolische Körpergewicht. Es berücksichtigt den Energiebedarf pro Kilogramm Stoffwechselmasse. Darüber hinaus fließt in die Kalkulation der Aktivitätsgrad des Tieres (in der Erhaltung) ein. Also, handelt es sich um einen nur wenig aktiven Hund bzw. einen Senior, um ein normal aktives oder sogar sehr aktives Tier. Je nach Grad der Aktivität wird das metabolische Körpergewicht mit einem jeweils vorgegebenen Faktor potenziert.

Trächtige oder säugende Tiere, Hunde im Wachstum, aber auch Arbeitshunde (etwa Jagd-, Schlitten- und Polizeihunde) haben selbstverständlich einen erhöhten Energie- und teils auch Nährstoffbedarf, denn sie erbringen Extraleistung. Alter, Kastration, Gesundheitszustand, Haltungsform, Muskelmasse, Unterhautfettgewebe bzw. Fell und Temperament beeinflussen den Energiebedarf eines Hundes neben Körpergewicht und Aktivitätsgrad zusätzlich.

Fallbeispiel 1: Sandy, Jack Russell-Mix

Aufgrund ihrer Futtermittelunverträglichkeiten wurde Hündin Sandy versuchsweise auf ein Nass-Barf mit Insektenprotein umgestellt. Vor der Futterumstellung wog die normal aktive Hündin 5,4 kg. Der Hersteller des Nass-Barfs auf Insektenbasis gab an, dass Hunde bis zu 15 kg Körpergewicht täglich circa zwei bis drei Prozent des Futters benötigen. Daran hielt sich die Tierhalterin und fütterte drei Prozent täglich. Dies entsprach 162 g Futter pro Tag. Sandy mochte es gern, auch vertrug sie es gut. Allerdings fiel der Tierhalterin nach einer Weile auf, dass Sandy inzwischen 400 g leichter und vor allem während der Spaziergänge ständig auf Futtersuche war.

Daraufhin habe ich den durchschnittlichen täglichen Energiebedarf der Hündin und damit verbunden die benötigte Futtermenge pro Tag berechnet. Bei 5,4 kg Körpergewicht benötigt Sandy 337 Kilokalorien (kcal) (= 1,4 Megajoule (MJ)) pro Tag, um in der Erhaltung weder ab- noch zuzunehmen. 100 g des Nass-Barfs auf Insektenbasis liefern außerdem (rein rechnerisch auf Basis der analytischen Bestandteile) 65 kcal (= 0,27 MJ). Durch 162 g Nass-Barf mit Insektenprotein erhielt die Hündin also lediglich 105 kcal täglich. Um jedoch ihren Energiebedarf zu decken, bräuchte sie 521 g (!) dieses Futters pro Tag. Diese Tagesfuttermenge hätte die kleine Hündin allerdings nicht bewältigen können.

Daraufhin habe ich der Tierhalterin empfohlen, Sandy auf eine selbst zusammengestellte Barf-Ration umzustellen. Auch diese habe ich berechnet. Die Hündin bekommt jetzt als Fleischgrundlage Pferd (Muskelfleisch, Herz, Schlund, Leber). Dazu wird unter anderem gekochte Quinoa und gedünstete Zucchini geben und das Ganze durch Lachs- bzw. Fischöl, mehrmals pro Woche eine Prise Salz sowie eine hypoallergene Mineralstoffmischung ergänzt. Die jetzige Futtermenge beträgt 210 g pro Tag – rechnerisch liefert sie 336 kcal. Damit hat Sandy wieder zugenommen bzw. ihr Ursprungsgewicht erreicht. Außerdem mag sie dieses Futter ganz besonders gern und verträgt es sogar noch besser als das Nass-Barf auf Insektenbasis.

Fallbeispiel 2: Sam, Golden Retriever

Bereits seit einigen Jahren wurde der Goldi-Rüde mit einer berechneten, selbst zusammengestellten Futterration gebarft. Sam liebte sein Futter, er war vital und hatte eine sportliche Figur. Unerklärlicherweise ging sein Körpergewicht plötzlich nach unten und er hatte nicht mehr Normal-, sondern Untergewicht.

In der Vergangenheit litt Sam bereits an einer Exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI), jedoch ohne Gewichtsverlust bzw. Untergewicht. Diese konnte ich mit der Naturheilkunde erfolgreich unterstützen. Daher riet ich der Tierhalterin unter anderem zu einer Untersuchung des Kots (Endoparasiten plus pankreatische Elastase), denn die ausführliche Folgeanamnese lieferte zunächst keinerlei Anhaltspunkte bezüglich des Problems. Erstaunlicherweise war sowohl die Kot- als auch eine vorgeschlagene Blutuntersuchung vollkommen unauffällig.

Wie sich danach allerdings während eines weiteren Gesprächs mit der Tierbesitzerin herausstellte, hatte sie vor einiger Zeit die bisherige Fleischmischung der ehemals berechneten Barf-Ration gewechselt. Sie war umgeschwenkt auf eine günstigere Mischung, mit einem höheren Anteil bindegewebsreicher Innereien und mit einem geringeren Energiegehalt pro 100 g. Da die Tierhalterin den Fleischanteil der Barf-Ration (in Gramm) allerdings unverändert ließ, war schnell klar, warum Sam Untergewicht hatte. Mit diesem Wissen konnte ich das Problem schnell lösen. Für Sams Barf-Ration wurde wieder die bisherige Fleischmischung verwendet und er nahm zu – das Untergewicht war verschwunden.

Löffel als Stolperfalle

Ich kalkuliere bei einem Teelöffel Öl mit 5 g sowie bei einem Esslöffel mit 10 bis 12 g. Die Löffel von Sandys Tierhalterin waren allerdings kleiner bzw. fassten deshalb weniger Gramm. Aus diesem Grund nahm die Hündin beim Wechsel auf die neue Barf-Ration (mit Pferd) eher zögerlich zu, da Sandy Energie fehlte. Deshalb sollte ein Tierhalter unbedingt wissen, wie viel Öl in Gramm in einer selbst zusammengestellten Barf-Ration enthalten sein soll. Auch damit lässt sich ein unbeabsichtigter Energiemangel und damit verbunden Untergewicht vermeiden.

Schneller Energiecheck

Dass das ausgewählte Futter bzw. die Tagesfutterration den Energiebedarf eines Hundes deckt, erkennen Sie übrigens daran, dass ein erwachsener Hund

  • ein gleichbleibendes, rasse- bzw. typspezifisches und angemessenes Körpergewicht aufweist,
  • bis zu 2-mal pro Tag gut geformte Kothaufen absetzt,
  • ein für seine Rasse typisches glänzendes Fell ohne Schuppen besitzt und
  • ein aktives Verhalten zeigt, das seiner Rasse und seinem Alter entspricht.

Hinweis

Dies ist nur zu Ihrer Information und nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose oder -therapie bestimmt. Sprechen Sie im konkreten Fall bitte Ihren Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker in Ihrer Nähe an.

Quellen
Literatur

  • Fritz, Dr. med. vet. Julia: Hunde barfen – Alles über Rohfütterung, 1. Auflage, Stuttgart: Ulmer, 2015
  • Schrey, Christian F.: Leitsymptome und Leitbefunde bei Hund und Katze – Differenzialdiagnostischer Leitfaden, 3. Auflage, Stuttgart: Schattauer, 2014
  • Vet. med.-Dissertation
  • Schramme, Claudia Stephanie: Body Condition Scores und biometrische Daten zur Abschätzung des Körpergewichtes bei Warmblutpferden, München: 2003, https://edoc.ub.uni-muenchen.de/1522/1/Schramme_ClaudiaStephanie.pdf (Zugriff 27.1.2021)

Sonstiges

VetScreen: Leistungsverzeichnis mit Spiralbindung, Bad Kissingen, 2019

Behandlungsvertrag – warum er so wichtig ist

Behandlungsvertrag? Welche Vorteile bringt er mir als Tierheilpraktiker im Berufsalltag? Die meisten Berufskollegen klagen beinahe täglich über den bürokratischen Aufwand, den das Führen einer Tierheilpraxis mit sich bringt. Zwischen Allgemeinen Behandlungsbedingungen, Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und den gerade sehr beliebten Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form, mag sich so mancher fragen, worum es bei der Tätigkeit als Tierheilpraktiker eigentlich geht. Und nur zu gern würde sich mancher ausschließlich darauf konzentrieren: nämlich auf das Erkennen der Krankheit und Behandlung des tierischen Patienten.

Doch bringt auch Letztere rechtliche Hindernisse mit sich. Nämlich spätestens dann, wenn die angedachte Behandlung nicht anschlägt oder sich der jeweilige Tierhalter unzufrieden zeigt. Regressforderungen und der Vorwurf eines Behandlungsfehlers liegen einem Tierheilpraktiker dann nicht nur schwer auf der Seele, sondern zuweilen auch auf der Brieftasche. Jedoch sind wir als Tierheilpraktiker diesem Risiko nicht schutzlos ausgeliefert. Einige Maßnahmen können und sollten im Rahmen des Betriebs einer Praxis ergriffen werden.

Behandlungsvertrag

Auch, wenn es Ihnen als Tierheilpraktiker den Schweiß auf die Stirn treibt: Mit jedem Patientenbesitzer sollten Sie einen Behandlungsvertrag abschließen. Es bestehen rechtlich mehrere Ausgestaltungsmöglichkeiten. Ein Behandlungsvertrag kann als Dienstvertrag (nach § 611 BGB) oder als Werkvertrag (nach § 631 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)) geschlossen werden. Zur Absicherung der Tätigkeit eines Tierheilpraktikers sollte es sich in der Regel um einen Dienstvertrag handeln. Im Folgenden ein paar knackige Erläuterungen, aufgrund derer ich das Ergebnis hier schon vorwegnehmen kann.

Dienstvertrag

In § 611 BGB heißt es: „Durch den Dienstvertrag wird derjenige, welcher Dienste zusagt, zur Leistung der versprochenen Dienste (hier = A), der andere Teil zur Gewährung der vereinbarten Vergütung verpflichtet (hier = B).“ Zum besseren Verständnis folgendes Beispiel: A betreibt ein Nachhilfeinstitut für Schüler. B möchte seiner Tochter eine Förderung im Bereich ‚Physik‘ ermöglichen. A schließt mit B einen Dienstvertrag über die Nachhilfe im Schulfach ‚Physik‘. Die Tochter von B schreibt nun trotzdem in der nächsten Klausur eine Fünf. Sie hatte zuvor mehrere Stunden bei A, die B bezahlt hat. Nun ist B unzufrieden und fordert von A die bereits erbrachte Geldleistung zurück.

Dies tut er in diesem Falle völlig zu Unrecht. Denn Inhalt des Dienstvertrages ist lediglich die Vollbringung der Leistung (= Durchführung der Nachhilfestunden). Das heißt es gibt kein festes Endergebnis (= mindestens eine Note „Zwei“ in der nächsten Klausur).

Merke: Ein Dienstvertrag hat also nie ein geschuldetes Endergebnis.

Werkvertrag

In § 631 BGB heißt es: „Durch den Werkvertrag wird der Unternehmer (hier = A) zur Herstellung des versprochenen Werkes, der Besteller (hier =B) zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.“ Bleiben wir bei dem Beispiel der Förderung im Fach ‚Physik‘. Würden A und B einen Werkvertrag über die Nachhilfestunden abschließen, so wäre das „versprochene Werk“ mindestens eine Note „Zwei“ in der nächsten Klausur. Sollte dies nicht eintreten, so könnte B hier Gewährleistungsansprüche, beispielsweise die Forderung, sein Geld zurück zu erhalten, geltend machen. Auch könnte er gegebenenfalls Schadensersatzansprüche anmelden.

Beim Werkvertrag liegt also der Fokus auf einem bestimmten Erfolg. Der Unternehmer muss „ohne schuldhafte Zurückbehaltung“ Einsatz dahingehend erbringen, dass dieser Erfolg eintritt. Übertragen wir also das Gesagte auf unsere Tätigkeit als Tierheilpraktiker, so stellen wir fest, dass wir den „Erfolg“, der eine essentielle Rolle im Werkvertrag einnimmt, gar nicht versprechen können.

Stellen wir uns vor, wir erstellen einen Behandlungsplan für einen Hund, der mit einer Lahmheitserscheinung im linken Vorderlauf in der Praxis vorgestellt wird. Außerdem haben wir als Tierheilpraktiker das Ziel, diese Erscheinung nach der Behandlung vollständig eliminiert zu haben. Die tatsächliche Minderung bzw. das Verschwinden des Symptoms können wir jedoch nicht versprechen. Dafür sind der Metabolismus und die möglichen Gründe für eine solche Lahmheit des Hundes, zu vielschichtig. Es wäre ein großes (auch finanzielles) Risiko, einen derartigen Beratungsvertrag als Werkvertrag zu schließen. Denn wir müssten das Tier so lange therapieren, bis aus irgendeinem Grunde eine Besserung eintritt. Oder aber, wir müssen dem Kunden das Geld zurückerstatten.

Ganz fernab dieser allgemeinen Umstände des Privatrechts, ist es natürlich auch verboten, ein derart hoch unprofessionelles Heilungsversprechen an den Kunden weiterzugeben.

Schriftliche Verträge sind wichtig

Kommen wir nun zu dem Grund, warum die Schriftlichkeit dieses Vertrages so wichtig ist. Mündliche Verträge haben eine ganz geringe Beweiskraft. Zumeist steht es Aussage gegen Aussage, wenn ein Vertragspartner mit den Leistungen des Anderen nicht zufrieden ist. A behauptet, dass A und B einen Dienstvertrag geschlossen hätten. B ist sich aber sehr sicher, dass es ein Werkvertrag war. Und so finden sich A und B leider wahrscheinlich vor einem Zivilgericht wieder.

Ferner bietet Ihnen als Tierheilpraktiker die schriftliche Abfassung des Behandlungsvertrages die Möglichkeit, die Einzelheiten Ihrer Leistung als Tierheilpraktiker genau zu definieren. Auch können Sie zum Beispiel festzuhalten, dass den Tierhalter bei der Behandlung gewisse Mitwirkungspflichten treffen. Soll der Kunde also beispielsweise ergänzende Befunde einholen, oder vielleicht einen Tierphysiotherapeuten konsultieren, damit eine saubere Differentialdiagnose erstellt werden kann und er kommt dieser Pflicht nicht nach, so könnten Sie als Tierheilpraktiker gegebenenfalls über diesen Vertragsbruch Ihre Haftung bei einer vorgeworfenen „Schlechtleistung“ Ihrerseits deutlich beschränken oder unter Umständen ganz verneinen.

Behandlungsvertrag als Vordruck

Mein Tipp: Sofern Sie als Tierheilpraktiker das Risiko nicht eingehen möchten, sich einen Behandlungsvertrag selbst zu erstellen, halten viele der namhaften Tierheilpraktikerverbände Vordrucke für ihre Mitglieder bereit. Diese sind zumeist von Rechtsgelehrten geprüft und/oder erstellt. Des Weiteren bieten die Verbände auch Sonderkonditionen für Behandler-Rechtsschutzversicherungen an. Derlei Versicherungen sind für jeden Tierheilpraktiker neben der üblichen Berufshaftpflichtversicherung absolut sinnvoll, da sie im „Fall der Fälle“ die Kosten für eine rechtliche Vertretung vor Gericht übernehmen.

Ich wünsche Ihnen allen, dass Ihnen das aufgrund Ihrer rechtlichen Vorsichtsmaßnahmen (nämlich das Nutzen eines Behandlungsvertrags) erspart bleibt.

 

Kurz über mich als Gastautorin

Ich bin Sabrina Hinrichs – Dipl. Rechtspflegerin, ausgebildete Hundetrainerin, zertifizierte Tierheilpraktikerin und Dozentin im Rahmen der Hundetrainerausbildung in einem Schulungszentrum in Norddeutschland.

Multiresistente Bakterien – kann die Naturheilkunde helfen?

Werden Antibiotika zu oft, vor allem aber unterdosiert eingesetzt, dann können bestimmte Bakterien multiresistent werden. Gängige Antibiotika verlieren damit ihre Wirksamkeit gegenüber bestimmten bakteriellen und unter Umständen lebensbedrohlichen Infektionen. Derartige Keime werden als multiresistent bezeichnet, da eine Vielzahl von Antibiotika bei ihnen keine Wirkung entfaltet. Im Humanbereich nennt man diese Bakterien auch „multiresistente Krankenhauskeime“. Allerdings sind diese nicht nur weltweit für den Menschen hochproblematisch, auch Tiere, die unter Umständen der Lebensmittelgewinnung dienen, sind heutzutage massiv davon betroffen. Neuere Untersuchungen weisen sogar darauf hin, dass inzwischen auch Unempfindlichkeiten gegenüber sogenannten Reserve-Antibiotika existieren. Diese werden immer dann eingesetzt, wenn andere Antibiotika nicht mehr wirken – sie sind also für Notfälle gedacht. Nicht nur für die klassische Tiermedizin ist diese Situation dramatisch. Unter anderem ätherische Öle können hingegen eine wirkungsvolle und natürliche Behandlungsalternative bei der Bekämpfung von multiresistenten Bakterien darstellen.

Bakterien mit Superschutzschild

Sowohl der menschliche, als auch der tierische Organismus ist von einer Vielzahl von Bakterien besiedelt. Die mikroskopisch kleinen „Mitbewohner“ sind Teil des sogenannten Mikrobioms. Hiermit sind alle im und auf dem Körper lebenden Mikroorganismen gemeint. Neben Bakterien können dies zum Beispiel auch Viren oder Pilze sein.

Normalerweise stellen „gewöhnliche“ Bakterien keine Gefahr für gesunde Menschen und Tiere dar. Ganz im Gegenteil, sie sind unter Umständen sogar überaus hilfreich: etwa in Form von nützlichen Darmbakterien (beispielsweise Enterokokken, Bifidobakterien, Lactobazillen), welche intensiv an den Verdauungsvorgängen unserer Haustiere (etwa Hund, Katze, Pferd, Kaninchen) beteiligt sind.

Multiresistente Bakterien unterscheiden sich hingegen von ihren normalen Vertretern. Und dass, obwohl beide die gleichen potenziell krankmachenden Eigenschaften in sich tragen können. Der Begriff multiresistent setzt sich aus multi = viel(fach) und lat. resistentia = Widerstand zusammen. Multiresistente Bakterien besitzen also eine Unempfindlichkeit gegenüber verschiedenen gängigen Antibiotika, das bedeutet sie überleben diese. Dies verschafft ihnen einen Vorteil im Wettbewerb mit anderen Bakterien(arten). Denn während auf Antibiotika empfindlich reagierende Bakterien verdrängt oder ganz zum Verschwinden gebracht werden, nehmen multiresistente Keime die freiwerdenden Plätze ein und breiten sich damit weiter aus.

Spontane Veränderung, einfache Übertragung

Eine derartige Resistenz entsteht entweder durch Mutation oder durch Übertragung. Im ersten Fall handelt es sich um eine zufällige Veränderung des Erbguts, die eine Unempfindlichkeit gegenüber Antibiotika mit sich bringt. Im zweiten Fall überträgt sich die Antibiotika-Resistenz von einem Bakterium auf ein anderes. Dies geschieht mithilfe von eigenständigen genetischen Einheiten, den sogenannten Plasmiden. Sie existieren zusätzlich zum sonstigen Erbgut eines Bakteriums und liegen in Form von kleinen Ringen vor. Darin enthaltene Resistenz-Gene können nicht nur auf Bakterien derselben Art, sondern auch auf andere Arten übertragen werden – ihre Verbreitung wird hierdurch sehr einfach. Bestimmte Keime können sogar – wie etwa die antibiotika-resistente Form des Staphylococcus aureus – unterschiedliche Resistenz-Gene besitzen.

Die üblichen Verdächtigen

Die wichtigsten Vertreter derartiger Problembakterien beim Tier sind beispielsweise Staphylococcus aureus (MRSA), Staphylococcus pseudintermedius (MRSP), Pseudomonaden, Acinetobacter sowie ESBL-bildende Enterobakterien. Letztere sind vorrangig Bakterien wie etwa Escherichia coli (kurz E. coli) oder Proteus, die im Verdauungskanal eines Tieres zu finden sind.

Sowohl MRSA als auch MRSP sind gegen das Antibiotikum Methicillin unempfindlich. Dieses gehört zur Gruppe der Beta-Laktam-Antibiotika. Es hemmt die Zellwandsynthese von Bakterien, besitzt allerdings nur ein schmales Wirkspektrum. Methicillin wird heutzutage nicht mehr therapeutisch eingesetzt, wohl aber das in Europa zugelassene und zur gleichen Gruppe gehörende Antibiotikum Oxacillin. Deshalb spricht man zum Beispiel auch vom Oxacillin-resistenten Staphylococcus aureus (kurz ORSA).

Bei ESBL-bildenden Enterobakterien – die Abkürzung ESBL steht für „Extended-Spectrum-Beta-Laktamase“; die Endung -ase gibt immer einen Hinweis auf ein Enzym – handelt es sich um Darmbakterien, die eben dieses Enzym produzieren. Dieses setzt die Wirksamkeit Beta-Laktam-haltiger Antibiotika herab oder hebt sie sogar auf. ESBL-positiv sind vor allem Hunde, prozentual gefolgt von Katzen, Rindern und Pferden.

Multiresistente Bakterien beim Tier

Staphylococcus aureus (gram-positiv; MRSA = Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus oder Multi-Resistenter Staphylococcus aureus): Dieses Bakterium findet sich auf der Haut und den Schleimhäuten von warmblütigen Tieren; auch in Futtermitteln und Gewässern.

Staphylococcus pseudintermedius (gram-positiv; MRSP = Methicillin-resistenter Staphylococcus pseudintermedius oder Multi-Resistenter Staphylococcus pseudintermedius): Das Bakterium findet sich auf der Haut von Tieren sowie in der Umwelt wieder (zum Beispiel in Gewässern, in der Luft sowie in Futtermitteln).

Pseudomonaden (gram-negativ; alle Stämme): Eine Gattung stäbchenförmiger, mit polaren Geißeln sich aktiv bewegende, aerobe Bakterien. Sporen bilden sie nicht. Pseudomonaden sind ubiquitär, also allgegenwärtig in der Umwelt („Pfützenkeim“). Sie kommen unter anderem bei immunschwachen Tieren vor und können in der Regel nur schwer zum Verschwinden gebracht werden.

Acinetobacter (gram-negativ; alle Stämme): Gattung der Neisseriaceae aus der Gruppe der aeroben Stäbchen und Kokken. Es handelt sich um weit verbreitete Boden- und Wasserbakterien, die sehr gefährlich für immunschwache Tiere sind.

ESBL-bildende Enterobakterien (unter anderem E. coli, Proteus, Klebsiella; alle hier Genannten sind gram-negativ).

Übertragungswege

Zur Übertragung multiresistenter Bakterien kommt es unter anderem durch direkten Kontakt zwischen Mensch und Tier bzw. zwischen Tier und Tier. Betroffene Individuen sind entweder bereits mit einem multiresistenten Erreger infiziert und erkrankt, oder aber sie fungieren als Träger. Daher können Körpersekrete bzw. -ausscheidungen (etwa Auswurf oder Kot) sowie kontaminierte Hautoberflächen hochproblematisch sein. Bislang wurden unter anderem bei Hunden, aber auch bei Katzen und Pferden multiresistente Keime nachgewiesen. Diese kamen etwa in Abstrichen aus Maul, Ohr und Nase sowie auf der Haut, im Kot und an Haaren vor – auch in meiner auf das Verdauungssystem spezialisierten Tierheilpraxis. Darüber hinaus stellen mit multiresistenten Bakterien kontaminierte Gegenstände eine weitere potenzielle Ansteckungsquelle dar.

Natürliche Bakterienkiller

Bei VetScreen – einem Veterinärlabor ausschließlich für Tierheilpraktiker – werden seit 2014 potenziell multiresistente Keime, auf ihre Unempfindlichkeit gegenüber Antibiotika getestet: dies sind Staphylococcus aureus und pseudintermedius, denn Pseudomonaden und Acinetobacter gelten per se als multiresistent. Auf einen positiven Befund folgt in der Regel ein sogenanntes Antibiogramm – und falls zusätzlich vom behandelnden Tierheilpraktiker gewünscht – ein Aromatogramm.

Ein Antibiogramm zeigt, auf welche Antibiotika ein bestimmter bakterieller Krankheitserreger empfindlich bis resistent reagiert. Hierfür nutzt VetScreen das sehr sensible Mikronaut-S-System der Firma MERLIN Gesellschaft für mikrobiologische Diagnostika mbH. Mithilfe sogenannter Mikrotitrationsplatten überprüft das Veterinärlabor die Empfindlichkeit von Bakterien.

17 ätherische Öle gegen multiresistente Bakterien

Das Aromatogramm ist mit einem Antibiogramm vergleichbar. Jedoch wird in diesem Fall die Reaktion des Keimes auf verschiedene, mit ätherischen Ölen getränkte Testplättchen untersucht. VetScreen nutzt hierfür insgesamt 17 ätherische Öle (100-prozentige Konzentration), die sich bei der Bekämpfung von multiresistenten Keimen bewährt haben: dies sind Fenchel-Öl, Thymian-Öl, Teebaum-Öl, Bohnenkraut-Öl, Oreganum-Öl, Nelken-Öl, Zimtblätter-Öl, Melissen-Öl, Lemongras-Öl, Angelikawurzel-Öl, Palmarosa-Öl, Muskatellersalbei-Öl, Neroli-Öl, Rosengeranien-Öl, Manuka-Öl, Ravintsara-Öl und Lavendel-Öl.

Wirksamkeit beurteilen

Ob sich ein Antibiotikum oder ätherisches Öl tatsächlich für die Bekämpfung eines multiresistenten Keims eignet, zeigt zum Beispiel die Beurteilung der sogenannten Hemmhöfe auf einer Bakterienkultur. Bei einem Antibiogramm lauten die Ergebnisse: S = empfindlich, I = intermediär empfindlich (= in der Mitte liegend) oder R = resistent. Bei einem Aromatogramm werden die Angaben – = 0 mm (nicht wirksam), + < 10 mm (geringe Wirksamkeit), ++ = > 10 mm (mäßige Wirksamkeit), +++ = > 20 mm (gute Wirksamkeit) gemacht. Nur empfindliche Antibiotika bzw. gut wirksame ätherische Öle sind für eine erfolgversprechende Therapie geeignet. Dabei gibt man ätherischen Ölen immer der Vorzug, da diese Vielstoffgemische sind, die die Bildung von Resistenzen erschweren bzw. unmöglich machen.

Hinweis zur Anwendung ätherischer Öle

Bevor ein ätherisches Öl verwendet werden kann, muss geprüft werden, ob dieses bei der jeweiligen Tierart eingesetzt werden darf – dies gilt vor allem für Katzen. Ohne entsprechendes Fachwissen, dürfen ätherische Öle deshalb nicht angewendet werden.

Hoffnung auch für Spezialfälle

Ist ein Tier pseudomonaden-positiv getestet, dann sollte vor allem bei diesem Keim unbedingt während einer Therapie mit ätherischen Ölen gleichzeitig das Immunsystem des tierischen Patienten intensiv unterstützt werden. Denn geschieht dies nicht, dann ziehen sich Pseudomonaden zwar unter der Behandlung zunächst zurück. Ist diese jedoch abgeschlossen, dann ist ihre Wiederkehr bereits vorprogrammiert.

Wichtige Hygienemaßnahmen

Wichtig sind beim Thema „multiresistente Bakterien“ Hygiene und Desinfektion. Neben dem gründlichen Waschen der Hände, ist zusätzlich das Tragen von Einmalhandschuhen beim Kontakt mit betroffenen Tieren ein Muss. Zudem sollten aus hygienischen Gründen möglichst nur Einwegartikel in der Tierheilpraxis zum Einsatz kommen. Alle anderen Instrumente und Materialien, die nicht Einwegartikel sind, werden umgehend nach dem Gebrauch gründlichst desinfiziert.

Wichtig ist dabei die Wahl eines geeigneten Desinfektionsmittels – auch für die Hände. Es gibt allerdings Wirkstoffgruppen, die problematischer sind. Denn ein unsachgemäßer Einsatz – dies kann etwa eine zu geringe Anwendungskonzentration sein – kann ebenfalls zu Resistenzen führen. Dies sind vor allem sogenannte quaternäre Amoniumverbindungen, aber auch Chlorhexidin. Im Gegensatz dazu, sind Desinfektionsmittel auf Basis von organischen Säuren, Alkoholen, Chlor- und Sauerstoffspaltern oder auch Aldehyden bei antibiotika-unempfindlichen Keimen sehr sicher und effektiv. Desinfektionsmittel, die diese Voraussetzungen erfüllen, finden sich in den „Informationen für Anwender von Desinfektionsmitteln“ der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft e.V. (www.desinfektion-dvg.de). Für die Desinfektion von Flächen eignet sich in einigen Fällen zudem das Mittel von Sonett. Es besitzt eine geprüfte Wirksamkeit unter anderem gegen MRSA- und ESBL-Keime.

Natürliche Luftreiniger

Zudem können die ätherischen Öle von Zitrone und Gewürznelke unterstützen: Zitronen-Öl reinigt und desinfiziert zum Beispiel die Raumluft, auch kann Gewürznelken-Öl als desinfizierendes Raumspray eingesetzt werden.

Waschen, putzen, vernebeln

Darüber hinaus muss ein enger Kontakt mit einem derart infizierten Tier vermeiden werden. Auch sind die beschriebenen Hygienemaßnahmen sehr wichtig. Dazu gehört auch, dass das Tier nur mit seinen eigenen und keinesfalls mit fremden Pflegeartikeln & Co. in Kontakt kommen darf. Diese sollten – falls möglich – regelmäßig, wie beispielsweise auch Körbchen und Decken bei mindestens 60 oC gewaschen und/oder gründlichst desinfiziert werden. Dies gilt auch für Pferdeboxen. In ihnen kann zudem eine gezielte „Umgebungsbeimpfung“ mithilfe von Kanne Bio Brottrunk® für Pferde sinnvoll sein – hierfür wird er vernebelt. Dies kann unter Umständen zu einer Verdrängung von multiresistenten Bakterien beitragen.

Hinweis

Dies ist nur zu Ihrer Information und nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose oder -therapie bestimmt. Sprechen Sie im konkreten Fall bitte Ihren Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker in Ihrer Nähe an.

Helicobacter – Bakterien mit raffinierter Überlebensstrategie

In meiner, auf das Verdauungssystem spezialisierten Tierheilpraxis habe ich immer wieder Hunde-, aber auch Katzenpatienten, bei denen die Diagnose „Magenschleimhautentzündung“ lautet. Beim Menschen, bringt man diese Erkrankung neben Magengeschwüren in hohem Maße mit dem Bakterium Helicobacter in Verbindung. Doch kann dieses auch bei Hund und Katze die Ursache einer Magenschleimhautentzündung sein? Und wie sieht es damit eigentlich beim Pferd aus? Können sich Mensch und Tier gegenseitig mit dem Bakterium anstecken? Zur Klärung dieser Fragen habe ich mich auf die Suche nach Antworten begeben.

Verschiedene Helicobacter-Arten

Einige Helicobacter-Arten besiedeln bei Mensch und/oder Tier die Magenschleimhaut, andere wiederum den Darm oder sogar die Leber. Bislang sind über 60 von ihnen bekannt. Einige, sind auch beim Tier zu finden. Sie werden zum Beispiel mit Entzündungen des Magen-Darm-Trakts, aber auch mit Lebererkrankungen in Verbindung gebracht. Welche Helicobacter-Arten beim Tier vorkommen und in welchem Organ sie zu finden sind, sehen Sie hier:

  • Katze: Helicobacter (H.) pylori (Magen), H. heilmannii (Magen), H. felis (Magen)
  • Hund: H. heilmannii (Magen), H. felis (Magen), H. canis (Darm, Leber), H. bizzozeroni (Magen), H. rappini (Magen, Darm), H. bilis (Magen, Darm, Leber)

Interessanterweise, wird in der Fachliteratur keine einzige Helicobacter-Art mit dem Pferd in Verbindung gebracht. In einem englischsprachigen Fachbuch heißt es dazu: „Helicobacter pylori is a causative agent of gastric ulcers in humans but there is no conclusive evidence of this in the horse.“ Und das, obwohl viele Pferde nicht nur an einer Magenschleimhautentzündung, sondern obendrein an Magengeschwüren leiden – dies sind schätzungsweise 60 Prozent aller Sport- und 90 Prozent aller Rennpferde.

Also, schauen wir uns zunächst einige, der bei Hund und Katze vorkommenden Helicobacter-Arten genauer an:

Helicobacter pylori

Dieses urease-positive, gebogene bzw. spiralförmige Bakterium ist mit Geißeln besetzt – hierdurch wird es sehr beweglich. Sein überaus aktives Enzym Urease sorgt dafür, dass vorhandener Harnstoff in Ammoniak und Kohlendioxid gespalten wird. Einerseits zeigt dies an, das H. pylori anwesend ist – hierfür könnte übrigens theoretisch auch bei Hund und Katze, der in der Humanmedizin bekannte „C-Harnstoff-Atemtest“ genutzt werden. Andererseits wird durch diese Aktivität die Magensäure in der unmittelbaren Umgebung des Bakteriums neutralisiert. Deshalb kann H. pylori auf seinem Weg zur schützenden, weniger sauren Schleimschicht überleben. Aufgrund seiner speziellen Form und mithilfe der Geißeln, verlässt es außerdem schnell das saure Milieu des Magens und durchdringt die zuvor beschriebene Schleimschicht.

Zusätzlich nutzt H. pylori bestimmte Enzyme, die sogenannten Proteasen, damit es zum Beispiel leichter durch die Schleimschicht des Magens gelangen und sich an seiner Schleimhaut anheften kann. Damit es darüber hinaus nicht von Phagozyten – dies sind spezialisierte Zellen des Immunsystems – erkannt und „aufgefressen“ wird, schützt es sich, indem es die Enzyme Katalase und Oxidase bildet. Hat das Bakterium erst einmal die Zelloberfläche mithilfe der beschriebenen Mechanismen erreicht, dann findet es dort optimale Wachstumsbedingungen und kann die Epithelzellen des Magens schädigen.

  • Protease (Synonyme: Proteinase, Peptidase, proteolytisches Enzym): Dieses Enzym kann unter anderem Proteine spalten.
  • Katalase: Es handelt sich dabei um ein Enzym, das Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff spaltet.
  • Oxidase: Damit ist ganz grob gesagt ein sauerstoffübertragendes Enzym gemeint.
  • Epithel: Es handelt sich um die oberste Zellschicht des Haut- bzw. Schleimhautgewebes.
  • Zoonosen: Gemeint sind Infektionskrankheiten, die gleichermaßen bei Mensch und Tier vorkommen und zwischen ihnen übertragen werden können.

Helicobacter felis und Helicobacter heilmannii

Beide Bakterienarten (zusammengefasst als GHLO; Erläuterung siehe dazu unter „H. bizzozeroni“) sind schraubenartig gewunden und besitzen ebenfalls Geißeln. Wie schon H. pylori, sind auch sie urease-positiv. Außerdem produzieren sie zum Schutz gegen Phagozyten unter anderem Katalase und Oxidase. Während jedoch H. felis das Epithel des Magens teils schwer schädig, konnte dies für H. heilmannii bislang nicht nachgewiesen werden.

Helicobacter canis und Helicobacter bilis

Das Besondere dieser beiden Erreger ist, dass ihnen die aggressiven Gallensäuren nichts anhaben und sie deshalb die Leber eines Hundes besiedeln können.

Helicobacter bizzozeroni

Auch diese Helicobacter-Art ist urease-positiv und produziert zum Selbstschutz Katalase sowie Oxidase. Außerdem tauchen damit verbunden immer wieder Begriffe wie helicobacter-like-organisms (HLO), helicobacter-pylori-like-organisms (HPLO), gastric-helicobacter-like-organisms (GHLO) oder auch gastrospirillum-like-organisms (GLO) auf. Dahinter verbergen sich bislang noch nicht vollständig identifizierte Helicobacter-Arten, die aber durchaus unter dem Lichtmikroskop erfasst werden können.

Krankhafte Veränderungen

Im Gegensatz zum Menschen ist beim Tier noch nicht vollständig geklärt, welche krankhaften Veränderungen die unterschiedlichen Helicobacter-Arten hervorrufen. Jedoch scheinen die Erreger auch bei Hund und Katze unter anderem mit einer Gastritis, Durchfall, Erbrechen und Appetitlosigkeit in Verbindung zu stehen. Eine Infektion mit Helicobacter führt jedoch nicht zwingend zu einer Erkrankung bzw. zum Auftreten, der zuvor beschriebenen Symptome. Vermutlich beeinflussen die Stärke der Infektion sowie die individuelle Wirtsantwort, aber auch Umweltfaktoren das klinische Bild.

Übertragungswege

Helicobacter kann beim Tier oral-oral, gastrisch-oral sowie unter Umständen auch fäkal-oral weitergegeben werden. Im ersten Fall überträgt sich der Erreger mithilfe des Speichels durch gegenseitiges Belecken. Im zweiten Fall trägt der Kontakt mit Erbrochenem dazu bei, dass ein infiziertes Tier ein bisher nicht-infiziertes Individuum ansteckt. Dies wurde jedoch bislang nur bei Hunden nachgewiesen. Im dritten Fall überträgt sich Helicobacter durch infizierten Kot – dies geschieht unter anderem durch das Belecken der Analregion. Zudem stehen Fliegen in Verdacht. Bei ihnen wurde beispielsweise H. pylori sowohl auf der Körperoberfläche, als auch im Darmtrakt nachgewiesen.

Zoonoserisiko

Es wird vermutet, dass vor allem H. pylori, aber auch H. felis und H. heilmannii Zoonoseerreger sind, die vom Tier auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden können. Dies unterstützt der teils enge Kontakt zwischen Mensch und Hund bzw. Mensch und Katze.

Diagnostik

Wie beim Menschen, werden auch bei Hund und Katze invasive und nicht-invasive Diagnosemethoden zum Nachweis von Helicobacter genutzt.

Invasive Methoden

Hierzu gehört zum Beispiel die Magenspiegelung. Diese Untersuchungsmethode eignet sich unter anderem zum Betrachten der Magenschleimhaut sowie zur Entnahme von Gewebe. Untersucht wird dieses beispielsweise mittels

  • Urease-Schnelltest: Vorsicht! Andere urease-positive Bakterien wie etwa Proteus, Klebsiella oder Lacto- und Actinobacillus können zu falsch positiven Ergebnissen führen.
  • Histopathologie: Die spirillenförmigen Bakterien können in einer angefärbten Gewebeprobe erkannt werden.
  • Immunhistologie: Hier werden bakterielle Antigene mithilfe von Antikörpern identifiziert.
  • Abklatschzytologie: Mit einer Bürste wird ein Abstrich der Magenschleimhaut genommen, angefärbt und beurteilt. Der Entzündungsgrad kann damit allerdings nicht ermittelt werden.
  • bakterieller Kultur: Alle Helicobacter-Arten lassen sich nur schwer anzüchten.
  • PCR-Test (Polymerase Chain Reaction): Hierbei wird ein Erreger anhand seines Erbmaterials erkannt.

Die Spiegelung des Magens sowie gegebenenfalls zusätzlich des Dünndarms sorgt beim betroffenen Tier, aber auch beim Tierhalter für sehr viel Stress. Manch ein Besitzer schreckt deshalb vor dieser Untersuchung zurück. Sollten Sie dennoch einmal den Befund einer endoskopischen Untersuchung des Magens und eventuell auch des Dünndarms in Händen halten, dann achten Sie bitte auf die Begriffe „Spirillen“ oder auch „helicobacterartige Gastrospirillen“, denn Helicobacter gehört zur Familie der Spirillaceae.

Nicht-invasive Methoden

Um Helicobacter auf die Spur zu kommen, kann Erbrochenes mittels der Helicobacter PCR untersucht werden. Eine solche Probe kann man leicht gewinnen, außerdem sind dafür keine Manipulationen bei Hund oder Katze erforderlich. Diese Methode gibt zuverlässig Aufschluss darüber, ob Helicobacter im Magen des Tieres sein Unwesen treibt. Allerdings ist zum Beispiel beim Veterinärlabor VetScreen aktuell keine Differenzierung der Helicobacter-Arten möglich. Dies ist jedoch geplant.

Darüber hinaus bieten einige Veterinärlabore nach wie vor an, die Helicobacter PCR im Kot eines Tieres zu ermitteln. Allerdings eignet sich ein positives Ergebnis nicht dazu, um auf eine Magenbeteiligung von Helicobacter zu schließen, denn die PCR weist auch im Darm lebende Helicobacter aus.

Nachteile der Schulmedizin

Bei einer schulmedizinischen Behandlung wählt man üblicherweise eine Kombinationstherapie, um Helicobacter zum Verschwinden zu bringen. Diese besteht aus einem sogenannten Protonenpumpenhemmer (etwa Omeprazol) sowie mehreren Antibiotika (beispielsweise Amoxicillin oder Metronidazol).

Bei einer längerfristigen Therapie entziehen jedoch diese Arzneimittel dem betroffenen Tier wichtige Mikronährstoffe. Protonenpumpenhemmer, wie etwa Omeprazol wirken sich beispielsweise negativ auf knochenwirksame Mikronährstoffe aus: etwa Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure, Calcium, Magnesium, Eisen und Zink. Antibiotika räubern außerdem zum Beispiel Magnesium, zudem schädigen sie die Darmflora, also die nützlichen Bakterien im Darm.

Darüber hinaus erhöht die Einnahme von Protonenpumpenhemmern beim Menschen das Allergierisiko – dies fand eine Studie vor einiger Zeit heraus. Außerdem wird unter anderem dem Antibiotikum Metronidazol nachgesagt, dass das es sowohl eine exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI), als auch eine Pankreatitis begünstigen kann. Doch auch die Naturheilkunde kann die Behandlung von Helicobacter unterstützen – vor allem sanft und ganz ohne Nebenwirkungen.

Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI): Diese Erkrankung beschreibt eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse. Das sogenannte exokrine Pankreas produziert in diesem Fall nicht ausreichend wichtige Verdauungsenzyme bzw. ihre Vorstufen.

Pankreatitis: Hierbei handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Diese Erkrankung tritt vielfach bei Hunden auf, sie kann aber auch bei Katzen vorkommen.

Hinweis

Dies ist nur zu Ihrer Information und nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose oder -therapie bestimmt. Sprechen Sie im konkreten Fall bitte Ihren Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker in Ihrer Nähe an.

Quellen
Literatur

  • Brandenburg, Uta: Vorkommen von Helicobacter spp. bei Hauskatzen, Vet. med.-Dissertation, Hannover, 2000
  • Geor, Raymond J.; Harris, Patricia A.; Coenen, Manfred: Equine Applied and Clinical Nutrition – Health, Welfare and Performance, Oxford, Elsevier Ltd., 2013
  • Gröber, Uwe; Kisters, Klaus: Arzneimittel als Mikronährstoffräuber – Was Ihr Arzt oder Apotheker Ihnen sagen sollte, Stuttgart, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2015
  • Küblböck, Antje: Untersuchungen zum Vorkommen von Helicobacter-ähnlichen Bakterien beim Schwein unter besonderer Berücksichtigung pathohistologischer Befunde, Vet. med.-Dissertation, Hannover, 2005

Internet

Kotfressen – Alarmsignal der Bauchspeicheldrüse?

Kotfressen wird auch als Koprophagie bezeichnet. Meist frisst ein Hund den Kot anderer Tierarten – vielfach den von Pflanzenfressern wie etwa Kaninchen, Schafen oder Pferden. Teilweise wird aber auch eigener Kot bzw. der von Artgenossen oder auch Menschen aufgenommen.

Natürliches Verhalten

So viel schon einmal vorweg: Koprophagie gehört durchaus zum Normalverhalten des Hundes. Schon sein Urahn der Wolf, hatte Kot „zum Fressen gern“. Denn vielfach vertilgte er das gesamte Beutetier, das heißt auch Teile des Magen- und Darminhalts. Dies vor allem dann, wenn Letzterer von einem Pflanzenfresser stammte. Der Vorteil dabei: Pflanzliche Bestandteile wurden bereits vom Beutetier durch Verdauungssäfte und bakterielle Aktivitäten aufgeschlossen. Hierdurch stehen einem erfolgreichen Jäger unterschiedliche Nähr- und Vitalstoffe zur Verfügung.

Aber auch bei einer Hündin, die geworfen hat, ist Koprophagie zu beobachten. Denn sie reinigt in den ersten Lebenswochen ihre Welpen bzw. das Nest dadurch, dass sie Kot und Urin des Nachwuchses aufleckt. Die Aufnahme von Kot wird auch beim Welpen selbst beobachtet. Hier liegt die Vermutung nahe, dass dies den Aufbau der sich entwickelnden Darmflora unterstützt.

Unerwünschtes Kotfressen

Zudem begünstigen schlechte hygienische Verhältnisse das Kotfressen beim Hund. Dies vor allem dann, wenn der verfügbare Raum begrenzt ist (zum Beispiel in einem Zwinger). Darüber hinaus führen Würmer & Co. im Darm eines Hunds unter Umständen zur Koprophagie. Außerdem kann die mangelnde Aufmerksamkeit eines Tierbesitzers das Kotfressen beim Hund fördern. Denn dieser lernt unter Umständen schnell, dass sich Herrchen und/oder Frauchen dann mit ihm beschäftigen – wenn auch im negativen Sinne.

Mitunter ist auch eine gestörte Darmflora – etwa aufgrund einer Therapie mit Antibiotika – Ursache für unerwünschtes Kotfressen. Nämlich dann, wenn die Darmflora geschädigt ist und der Darm des Hundes bestimmte Vitamine nicht mehr in ausreichender Menge aufnehmen bzw. selbst herstellen kann: dies sind unter anderem die Vitamine B1, B2 und K. Bei den Mineralstoffen – diese muss der Hund in jedem Fall über die Nahrung aufnehmen – kann ein Kupfer-, aber auch ein Phosphormangel mit Koprophagie in Zusammenhang stehen.

Kotfressen, wenn die Bauchspeicheldrüse streikt

Und wo wir gerade beim Verdauungssystem sind: Kotfressen ist zudem eines der Symptome, das auf eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse (lat. Pankreas) hindeuten kann. In diesem Fall, werden von ihr nicht ausreichend Verdauungsenzyme produziert und mit dem Pankreassaft in den Dünndarm ausgeschüttet. Dadurch wird vor allem die Spaltung von Kohlenhydraten und Fetten beeinträchtigt. Diese Unterfunktion der exokrinen Bauchspeicheldrüse wird als exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) bezeichnet.

Die Bauchspeicheldrüse

Das Pankreas ist eine wichtige Drüse des tierischen Organismus. Sie ist ein Organ mit exokriner und endokriner Sekretion (Absonderung):

  • Als Drüse mit exokriner, also äußerer Sekretion bildet sie den Pankreassaft. Dieser wird von ihr in den Zwölffingerdarm abgegeben. Dies ist der erste kurze Abschnitt des Dünndarms. Je nach Hunderasse kann er zwischen 1,8 bis 4,8 Meter lang sein.
  • Als Drüse mit endokriner, also innerer Sekretion bildet das Pankreas Hormone für die Verstoffwechslung von Kohlenhydraten bzw. Glukose. Letztere gehört zu den Einfachzuckern.

Der wässrig, klare Pankreassaft enthält kohlenhydrat-, fett- und proteinspaltende Enzyme, die teils als Vorstufen existieren sowie die zunächst inaktiven sogenannten Carboxypeptidasen – sie gehören ebenfalls zu den Enzymen. Darüber hinaus sind in ihm wichtige Puffersubstanzen enthalten – es handelt sich dabei um sogenannte Bicarbonate (HCO3, weitere Bezeichnung: Hydrogencarbonate). Sie neutralisieren aggressive Säuren, die aus dem Magen stammen. Dadurch schaffen sie ein alkalisches, also basisches Milieu im Dünndarm, damit dieser die Nährstoffe optimal verdauen kann.

Erfahrungen aus der Praxis

In meiner auf das Verdauungssystem spezialisierten Tierheilpraxis werden immer wieder Hunde mit Verdauungsproblemen vorgestellt. Bei einer EPI sind dies Symptome wie etwa riesige, häufig abgesetzte Kothaufen (einer meiner Hundepatienten verrichtete bis zu 8-mal am Tag sein „großes Geschäft“), eine schlechte Fellqualität, aber auch Abmagerung trotz guter Futteraufnahme, die zu einer Beratung führen. Das Symptom ‚Kotfressen’ steht dabei seltener im Vordergrund.

Ob die genannten Symptome durch eine exokrine Pankreasinsuffizienz verursacht werden, lässt sich unter anderem mit der caninen Trypsin-like-Immunoreactivity (cTLI) im Blutserum nachweisen. Damit das Ergebnis verlässlich ist, muss ein Hund vor der Blutentnahme mindestens drei bis teils sogar 12 Stunden vollkommen nüchtern sein. Allerdings gibt es einen Haken. Denn in manchen Fällen ist cTLI unauffällig, obwohl bei einem Patientenhund tatsächlich eine exokrine Pankeasinsuffizienz vorliegt.

Um ganz sicher zu gehen, wird deshalb zusätzlich im Kot die Konzentration der caninen pankreatischen Elastase (cE1) bestimmt. Ich bin immer wieder erstaunt, wie häufig der ermittelte cE1-Wert bei einem Hundepatienten vom Normwert > 180 µg/g Kot abweicht. Ab einem Wert von < 10 µg/g Kot liegt übrigens tatsächlich eine exokrine Pankreasinsuffizienz vor.

Kotfressen durch Trockenfutter?!

Was zu einer Entgleisung des cE1-Werts nach unten geführt hat, bleibt vielfach ungeklärt – trotz meines intensiven Nachfragens. Was mir jedoch bei der Fallaufnahme immer wieder ins Auge sticht: Viele der betroffenen Hunde werden mit einem mehr oder weniger guten handelsüblichen Trockenfutter ernährt. Der darin teils erstaunlich hohe Kohlenhydratanteil (etwa 30 bis 60 Prozent) führt jedoch meiner Meinung nach beim Hund zu verschiedenen Problemen:

  1. Tierische Proteine in Form von Fleisch(brühe), aber auch Kochsalz und Wasser kurbeln die Magensäureproduktion an. Pflanzliche Proteine (zum Beispiel Soja) sowie Kohlenhydrate bzw. Zucker und Butter setzen diese jedoch herab. In Folge dessen werden Bakterien nicht oder nur unzureichend von den stark sauren Magensäften abgetötet und es kann zu Verdauungsstörungen kommen.
  2. Das Pankreas des Semi-Karnivors Hund ist von Natur aus keineswegs auf große Kohlenhydratmengen eingestellt. Daher ist es mit der für die Verdauung erforderlichen Enzymproduktion oftmals überfordert. Wird jahrelang handelsübliches Trockenfutter gefüttert, dann verwundert es nicht, dass selbst das gesündeste Pankreas irgendwann streikt.

Durch Barf dem Pankreas auf die Beine helfen

Aus verschiedenen Gründen bin ich ein Freund des Barfens, wobei ich betonen möchte, dass sich dieses alternative Futterkonzept nicht für jeden Hund und bei jeder Erkrankung eignet. Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz kann es jedoch durchaus infrage kommen und die Regeneration der Bauchspeicheldrüse unterstützen. Vorausgesetzt, es wird ergänzend zur Behandlung, keine herkömmliche, sondern eine auf das Problem speziell abgestimmte Barf-Ration gefüttert.

Stoffwechsel und Darmflora unterstützen

Ist das Pankreas in seiner Funktion eingeschränkt, dann kann über eine naturheilkundliche Behandlung nachgedacht werden. Zusätzlich sollten Stoffwechsel und Darmflora unterstützt werden: zum Beispiel mit einer Ausleitungskur, die Leber und Nieren unterstützt, indem – streng nach Laborbefund – Probiotika gegeben und Antibiotika möglichst reduziert oder vermieden werden. Dies gilt auch für chemische Wurmkuren. Außerdem unterstützt eine möglichst natürliche Fütterung den Darm und damit die Gesundheit eines Hundes.

Verlauf kontrollieren

Normalerweise überprüfe ich acht Wochen nach Behandlungsstart ein weiteres Mal den cE1-Wert des Kots. Ist alles okay, dann geschieht dies nur noch im viertel- bzw. halbjährlichen Rhythmus, damit ich schnell handeln kann, wenn die Bauchspeicheldrüse erneut zu wenig Verdauungsenzyme bzw. deren Vorstufen ausschüttet.

Hinweis

Dies ist nur zu Ihrer Information und nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose oder -therapie bestimmt. Sprechen Sie im konkreten Fall bitte Ihren Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker in Ihrer Nähe an.

Giardien – hartnäckige Unruhestifter im Hundedarm

Anhaltend dünnbreiiger Kot, der darüber hinaus gelegentlich schleimig oder blutig sein kann, aber auch Durchfall mit wechselhafter Konsistenz können bei einem Hund auf eine Giardien-Infektion hindeuten. Giardien zählen zu den parasitären Einzellern, die nicht nur bei einem Haustier, sondern unter Umständen auch bei einem immungeschwächten Menschen zu gesundheitlichen Problemen führen können. Neben einer konsequenten Behandlung stehen eine spezielle Fütterung sowie strikte Hygienemaßnahmen im Vordergrund.

Anhängliche Parasiten ohne Zwischenwirt

Die beim Hund vorkommenden Giardien (Giardia canis) sind parasitäre Einzeller, die sich an der Schleimhautoberfläche des Dünndarms anheften. Sie bilden im Darm rundlich-ovale Zysten, die ein erkrankter Hund massenhaft mit dem Kot ausscheidet. Diese Zysten sind sofort und vor allem lang anhaltend infektiös, denn sie können in der Umgebung mehrere Wochen bis Monate überleben. Ein Hund infiziert sich oral, also über das Maul. Dies geschieht häufig, durch mit Zysten verschmutztes Trink- bzw. Oberflächenwasser, das sich zum Beispiel in Pfützen oder Tümpeln befindet. Etwa 100 der millionenfach ausgeschiedenen Zysten reichen bereits aus, damit ein Hund nach ca. 10 Tagen erste Anzeichen einer Giardien-Infektion zeigt.

Verstärkt Symptome bei Welpen und Junghunden

Vor allem bei Hunden bis zu einem Jahr stehen die für Giardien typischen, wiederkehrenden, hartnäckigen, dünnbreiigen, schleimigen und teils auch blutigen Durchfälle im Vordergrund. Außerdem können Erbrechen, aber auch Blähungen auftreten – einige Hunde magern sogar ab. Besonders betroffen sind jedoch Welpen im Alter von zwei bis drei Monaten. Ältere Tiere zeigen hingegen nach einer vorausgegangenen Giardien-Infektion seltener Krankheitserscheinungen. Darüber hinaus kann ein Hund ein symptomloser Ausscheider sein, der die Umwelt dauerhaft mit Zysten belastet.

Giardien sicher diagnostizieren

Ob die geschilderte Problematik tatsächlich von Giardien herrührt, lässt sich leicht mithilfe einer Kotuntersuchung feststellen. Hierfür können beispielsweise die frischen Exkremente eines Hundes mit einem Schnelltest in der Tierheilpraxis untersucht werden (etwa Fassisi® GiarDia oder FASTest® Crypto-Giardia ad us. vet.). Doch obwohl, ein derartiger Test auf den ersten Blick sehr interessant erscheint, sind seine Ergebnisse nicht immer verlässlich: Sie können meiner Erfahrung nach falsch positiv bzw. falsch negativ sein.

Sicherer ist hingegen die „klassische“ parasitologische Untersuchung einer Kotsammelprobe in einem Veterinärlabor. Dort werden die Exkremente eines Hundes auf Parasiten-Eier und Protozoen-Zysten untersucht (Protozoen = tierische Einzeller). Ist der Kot des Tieres noch geformt, dann entnimmt man davon an drei aufeinander folgenden Tagen jeweils eine Probe und gibt diese in immer das selbe Kotröhrchen. Hat ein Hund hingegen Durchfall, dann wird lediglich die Fäzes von mehreren Kotabsätzen eines Tages gesammelt, denn aufgrund der Diarrhoe bilden sich im Röhrchen problematische Gase.

Schnelle Kontrolle des Behandlungserfolgs

Darüber hinaus nutzt man eine Kotsammelprobe zur Kontrolle des Behandlungserfolges. Da bei Giardien die Präpatenz lediglich ≥ vier Tage beträgt (dies ist der Zeitraum von der Infektion durch einen Parasiten bis zum Nachweis seiner Eier, Larven etc.) und sich ein Hund sehr schnell erneut anstecken kann, muss die Kontrolluntersuchung zügig nach Abschluss der Behandlung erfolgen.

Der ebenfalls in einem Veterinärlabor für Tierheilpraktiker zur Verfügung stehende Test „Giardia sp. Antigen“ eignet sich jedoch weniger für die Kontrolle. Er kann aber zum (ergänzenden) Nachweis der parasitären Einzeller eingesetzt werden. Wird er allerdings zur Nachuntersuchung genutzt, dann kann auch dieser Test ein falsch positives Ergebnis liefern. Denn obwohl die Giardien-Infektion durch eine erfolgreiche Behandlung beseitigt wurde, können zum Zeitpunkt des Tests noch Reste der parasitären Einzeller existieren. Diese sind zwar unproblematisch, dennoch beeinflussen sie den Befund.

Die jeweilige Kotprobe verschicke ich per Post (Brief mit Zusatzleistung PRIO) oder Overnight-Kurier, sodass sie am nächsten Werktag zur Untersuchung im Veterinärlabor eintrifft.

Infektionsgefahr auch für den Menschen

Auch Menschen sollten vorsichtig sein, denn Giardien können unter Umständen zusätzlich auf sie übertragen werden. Dabei sind besonders Kinder und immungeschwächte Personen gefährdet. Deshalb rate ich: Nicht nur Hundehalter sollten hartnäckigen Durchfall ernst nehmen und sich direkt untersuchen bzw. bei einem positiven Giardien-Befund therapieren lassen.

Konsequente Giardien-Behandlung

Ein positiver Befund ist vor allem bei Jungtieren ein Grund zur Therapie. Werden mehrere Hunde gehalten, dann sollten unbedingt alle Tiere konsequent behandelt werden. Alternativ können zur schulmedizinischen Therapie unter anderem Kräuter bei Giardien-Befall helfen. Ich habe mit Letzterem sehr gute Erfahrungen bei Giardien-positiven Hunden gemacht.

Da der Krankheitsverlauf durch eine „zuckerreiche“ Fütterung begünstigt wird, empfehle ich, Kohlenhydrate (etwa Getreide, Reis, Hirse, Mais, (Süß-)Kartoffeln etc.) während der Behandlung des Hundes möglichst zu vermeiden bzw. stark zu reduzieren. Hierfür eignet sich besonders eine Rohfütterung (Barf) mit einem grob gesagt hohen Fleisch- sowie einem möglichst geringen und kohlenhydratarmen Gemüse- bzw. Obstanteil (vorzugsweise Gurke, Zucchini, Spinat, Portulak, Salat, Beerenfrüchte). Darüber hinaus kommt während der Behandlung eine Fütterung mit Trockenfutter nicht infrage, da dieses zu kohlenhydratreich ist.

Wichtige Hygienemaßnahmen bei Giardienbefall

Außerordentlich wichtig ist in meinen Augen zudem die Hygiene. Beachten Sie dabei bitte Folgendes:

  • Einerseits den Kot eines infizierten Hundes sofort in einem verschlossenen Plastikbeutel unschädlich entsorgen (keinesfalls über die Bio-, sondern über die Restmülltonne). Andererseits zur Vorsicht Einmal-Handschuhe tragen.
  • Außerdem konsequent den Kontakt eines Hundes mit potentiellen Ansteckungsquellen vermeiden (zum Beispiel Kothaufen, stehendes Wasser etc.).
  • Das Trinkwasser eines infizierten Tieres mehrmals pro Tag wechseln.
  • Zudem die Näpfe eines Hundes jedes Mal gründlich mit kochendem Wasser auswaschen und diese abtrocknen. Melaminnäpfe eignen sich in diesem Fall nicht, denn bei Temperaturen ab 70 oC kann das Melaminharz seine Ausgangsstoffe, zu denen Formaldehyd gehört, freisetzen.
  • Zwinger, aber auch das häusliche Umfeld, in dem ein infizierter Hund lebt, mehrmals pro Woche gründlich reinigen und desinfizieren. Zur Säuberung eignet sich unter anderem ein Dampfstrahler (mit 60 oC Mindesttemperatur). Gereinigte Oberflächen möglichst abtrocknen.
  • Liegeflächen ebenfalls sorgfältig reinigen, desinfizieren bzw. so heiß wie möglich waschen (bei mindestens 60 oC).
  • Langes Fell im Analbereich unter Umständen scheren und diese Region durch Waschen bzw. Shampoonieren sauber halten.
  • Darüber hinaus ein Belecken durch den Hund vermeiden. Auch die Hände nach dem Anfassen eines infizierten Tieres gründlich desinfizieren.

Welches Desinfektionsmittel bei einer Giardien-Infektion infrage kommt, hat die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft in einer Liste unter www.desinfektion-dvg.de zusammengestellt (siehe „DVG-geprüfte Desinfektionsmittel für den Einsatz in der Tierhaltung“). Ein Desinfektionsmittel, das bei einer Giardien-Infektion verwendet werden kann, hat in der Spalte „parasitäre Einzeller“ einen Eintrag. Zur Flächendesinfektion eignet sich zum Beispiel Vipibax Giardien EX – das vielfach genutzte Halamid® hingegen nicht.

Hinweis

Dies ist nur zu Ihrer Information und nicht als Anleitung zur Selbstdiagnose oder -therapie bestimmt. Sprechen Sie im konkreten Fall bitte Ihren Tierarzt oder einen Tierheilpraktiker in Ihrer Nähe an.

5 Tipps, die für den Kauf eines Otoskops wichtig sind

In der Tierheilpraxis ist ein Otoskop (Synonym: Ohrenspiegel) für die Untersuchung des Gehörgangs von Hund und Katze unentbehrlich. Damit die Suche danach kein Dauerthema wird, helfen diese 5 Tipps:

Tipp 1: Größe eines Otoskops

Otoskope gibt es in unterschiedlichen Größen. Ein großes Otoskop mit Lade-, Steckdosen- oder Batteriegriff liegt bei der Arbeit am Tier meist recht schwer in der Hand. Dafür kann aber ein solches in der Regel individuell und damit ist gemeint, nach eigenen Wünschen „konfiguriert“ werden. Das heißt, neben der Auswahl des Griffs können unterschiedliche Aufsätze für die Untersuchung des Ohres gewählt werden (beispielsweise Otoskop-Kopf sowie Veterinär-Kopfstück mit oder ohne Adapter).

Aufgrund von Größe und Gewicht kann ein Mini-Otoskop gut während der Arbeit am Tier in die Tasche von Hose oder Oberteil gesteckt werden. Unterstützt wird dies durch einen Clip am Otoskop-Griff. Ein großes Otoskop ist dafür nicht geeignet, denn aufgrund seines Gewichts fällt es leicht aus einer Tasche heraus.

Tipp 2: Material eines Otoskops

Wichtig ist außerdem das Material. Einige Otoskope sind teilweise oder vollständig matt bzw. glänzend verchromt. Dies ist so lange kein Problem, bis die Chromschicht „abblättert“. Dann wird es höchste Zeit ein derartiges Otoskop auszusortieren, da es leicht rostet und nicht mehr vollständig desinfiziert werden kann. Bei einem Marken-Otoskop hält die überziehende Chromschicht erfahrungsgemäß ewig – problematisch sind unter Umständen jedoch No-Name-Modelle. Darüber hinaus können Otoskope aus Kunststoff gefertigt sein.

Tipp 3: Licht eines Otoskops

Die Lampe eines Ohrenspiegels erzeugt ein punktförmiges Licht. Nicht alle Otoskope haben eine LED- oder Xenon(-Halogen)-Beleuchtung. Wenn aber doch, dann ist es von Vorteil, ein Marken-Otoskop zu haben (zum Beispiel von HEINE, Riester oder KaWe), denn sehr günstige No-Name-Exemplare leuchten den Gehörgang des Tieres teils extrem grell-weiß aus, so dass dort Details schwer zu erkennen sind. Wichtig ist auch, dass unter anderem eine defekte Otoskop-Lampe leicht selbst ausgetauscht werden kann.

Tipp 4: Ohrtrichter für ein Otoskop

In der Regel können auf jedes Otoskop entweder Mehrweg- oder Einweg-Ohrtrichter beispielsweise aus Kunststoff (mit unterschiedlicher Länge und/oder distalem Durchmesser) aufgesetzt werden. Die Mehrwegvariante wird auch als geschlossenes Spekulum (Mehrzahl: Spekula) bezeichnet, für die Einwegvariante gibt es die Bezeichnung Tip. Ein Mehrwegtrichter besteht aus Kunststoff oder Metall, ein Einwegtrichter aus Kunststoff.

Wird ein Veterinär-Kopfstück genutzt, dann ist ein zusätzlicher Adapter für den Gebrauch eines Einweg-Ohrtrichters erforderlich. Er verbindet Trichter und Kopfstück. Ich persönlich finde, trotz der nicht zu leugnenden Umweltbelastung, Einweg-Ohrtrichter im Praxisalltag sehr hilfreich. Sie können nach der Nutzung leicht gewechselt und direkt entsorgt werden. Hierdurch verhindern sie unter anderem die Übertragung von unerwünschten Keimen wie etwa Bakterien oder Pilze. Mit der Mehrweg-Variante wird zwar Müll vermieden, dafür muss sie aber nach jedem Gebrauch gründlich gereinigt, desinfiziert und idealerweise sterilisiert werden.

Während die Trichter für ein großes Otoskop oftmals recht lang sind, haben kleinere Modelle vielfach etwas kürzere Ohrtrichter. Letztere können vor allem für Katzen, kleinere Hunde, aber auch Toy- bzw. Miniaturrassen (beispielweise Hunde wie Chihuahua, Zwergspitz, Prager Rattler) genutzt werden.

Tipp 5: Bedienung eines Otoskops

Darüber hinaus unterscheiden sich Otoskope in der Art und Weise der Bedienung. Während bei einem großen Otoskop zum Anschalten des Lichts auf einen kleinen Entriegelungsknopf gedrückt und parallel dazu ein Kranz im Uhrzeigersinn gedreht werden muss, ist das Handling von einem Mini-Otoskop sehr viel einfacher. Bei ihm muss lediglich ein Schiebeschalter betätigt werden, um das Instrument ein- oder auszuschalten.

Besonders praktisch ist bei der großen Variante, dass die Stärke bzw. Intensität der Helligkeit auf einer Skala von null bis eins individuell an- oder absteigend reguliert bzw. gedimmt werden kann. Die Beleuchtungsstärke wird durch einen Balken dargestellt, der durch eine kleine Fensteröffnung im Kranz zu sehen ist.

Wer braucht ein Otoskop?

All diejenigen, die eine Tierheilpraxis für Kleintiere im klassischen Sinne haben oder aber eröffnen wollen, brauchen zum Beispiel für Hund und Katze ein gutes Otoskop zur Untersuchung des Gehörgangs.

Der Preis eines Otoskops?

Bei den Preisen gibt es gewaltige Unterschiede. Ein großes Marken-Otoskop kann leicht 200,00 Euro und mehr kosten. Dagegen ist ein Marken-Mini-Otoskop geradezu günstig – es kostet teils sogar unter 100,00 Euro.

Wer verkauft ein Otoskop?

Dieses Instrument, gibt es im Grunde genommen in vielen Online-Shops zu kaufen – selbst ein Großer wie Amazon gehört dazu. Darüber hinaus gibt es spezielle Anbieter, die Instrumente und Verbrauchsmaterial nur an (Tierheil-)Praxen verkaufen. Hierzu gehören beispielsweise: Rebopharm, Praxisdienst VETERINÄR, THP-Bedarf oder auch Gruhle Großhandel. Doch es gibt auch Einschränkungen: Bei Rebopharm kann nämlich erst bestellt werden, wenn die Ausbildung zum Tierheilpraktiker mit einer Abschlussprüfung beendet wurde.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein großes Otoskop liegt meist recht schwer in der Hand, dafür kann es im Gegensatz zu einem kleinen Otoskop individuell „konfiguriert“ werden.
  • Ein Mini-Otoskop hat nur wenig Eigengewicht und kann gut in die Tasche von Hose oder Oberteil gesteckt werden. Dabei hilft ein Clip.
  • Blättert die vielfach übliche (teilweise oder vollständige) Verchromung eines Otoskops ab, dann muss es sofort aussortiert werden, da es leicht rostet und nicht mehr vollständig desinfiziert werden kann.
  • Ein Otoskop kann zum Beispiel eine sehr helle LED- oder Xenon(-Halogen)-Beleuchtung haben.
  • Die Helligkeit eines großen Otoskops kann individuell und fließend auf einer Skala von null bis eins reguliert bzw. gedimmt werden. Angeschaltet wird es durch gleichzeitiges Drücken und Drehen eines Schalters bzw. Kranzes. Ein kleines Otoskop kann durch einen Schiebeschalter an- und ausschaltet werden – mehr jedoch auch nicht.
  • Auf das Instrument können Mehrweg- oder Einweg-Ohrtrichter aus Kunststoff, teils sogar Metall gesetzt werden. Sie variieren in Länge und/oder distalem Durchmesser.
  • Die kürzeren Trichter eines Mini-Otoskops eignen sich besonders für Katzen, kleinere Hunde, aber auch Toy- bzw. Miniaturrassen (beispielweise Hunde wie Chihuahua, Zwergspitz, Prager Rattler).
  • Ein großes Marken-Otoskop ist deutlich teurer als die kleinere Variante, die normalerweise schon für unter 100,00 Euro gekauft werden kann.

Gute Gerüche in der Tierheilpraxis freut feine Nasen

Neben anderem, entscheidet die Atmosphäre darüber, ob sich Patientenbesitzer und Tier in einer Tierheilpraxis wohlfühlen. Dazu tragen neben der Farbgebung und der Praxiseinrichtung auch Gerüche bzw. Düfte bei. Sie können von Gegenständen, Menschen, aber auch Patiententieren ausgehen.

Tierheilpraktiker ohne Gerüche

Ein Tierheilpraktiker sollte sich grundsätzlich nicht mit einer selbstgewählten Duftwolke umgeben, wenn ein oder mehrere Patiententermin(e) anstehen.

Da die Nasen vieler Vierbeiner äußerst empfindlich auf Gerüche bzw. Düfte reagieren, können Parfums oder Eau de Toilettes von Chanel, Bulgari oder Armani sehr schnell zu ablehnenden bzw. negativen Reaktionen bei einem Patiententier, aber auch dessen Besitzer führen.

Doch unter Umständen verströmt bereits ein Deo einen intensiven Geruch – hier muss man eine Alternative finden. Damit ein Tierheilpraktiker nicht selbst zum „Miefer“ wird, kann ein basisch-mineralisches Körperpflegesalz helfen (etwa „Meine Base“ von P. Jentschura). Eine Prise davon wird in etwas warmem Wasser aufgelöst und das Wassergemisch in den glatten Achselhöhlen aufgetragen. Der Körpergeruch bleibt dadurch neutral und es entsteht kein „Mief“ durch Schweiß – wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Tierische Stinker

„Spezielle“ Gerüche können jedoch zum Beispiel auch von einem tierischen Patienten ausgehen. Beim Hund gibt es dafür den Begriff des „Hundelns“, der einen schlechten, von der Körperoberfläche des Tieres ausgehenden Geruch beschreibt. Dafür kann unter anderem ein belasteter Stoffwechsel verantwortlich sein. Doch aus welchem Grund auch immer ein Tier für „miefige“ Luft sorgt, wichtig ist, dass ein Praxisraum auch für folgende Tierbesitzer und tierischen Patienten angenehm riecht.

Ganz natürlich schlechte Gerüche beseitigen

Intensives Lüften als Sofortmaßnahme

Als Sofortmaßnahme, sollte man per se vor und nach jedem Patiententermin intensiv lüften. Doch was ist zu tun, wenn auch danach ein schlechter Geruch in der Luft der Tierheilpraxis schwebt? Hilfe findet sich auch diesmal in der Natur: zum Beispiel beim frisch riechenden, ätherischen Öl der Zitrone, des Rosmarins oder auch bei der Bach-Blüten-Essenz „Crab Apple“, die als Essenz der Reinigung gilt.

Zitronen- und Rosmarinöl binden unangenehme Gerüche

In Duftlampen oder speziellen Verneblern fördert ätherisches Öl der Zitrone nicht nur die Konzentration, sondern es wirkt außerdem nervenberuhigend, vor allem aber reinigt und desinfiziert es zusätzlich die Raumluft. Fügt man einem Reinigungsmittel für Oberflächen zudem einige wenige Tropfen Rosmarinöl zu, dann bindet auch dieses bei der Anwendung unangenehme Gerüche in der Tierheilpraxis.

Bach-Blüten-Essenz „Crab Apple“

Außerdem können Sie Wasser mit einigen Tropfen „Crab Apple“ in einem Raum verteilen. Dafür eignet sich besonders ein Blumensprüher, der zum Beispiel in Gartenmärkten zu finden ist. Der feine Crab-Apple-Sprühnebel sorgt dann für angenehm frische und „mieffreie“ Luft.

„Fühl dich wohl“ Spray mit Zirbe und Berglavendel

Darüber hinaus vertreibt das „Fühl Dich wohl“ Spray von Feele schlechte Gerüche – nicht nur auf dem Kissen oder der Decke des Körbchens, sondern auch im Raum. Lästige Flecken bleiben dabei nicht auf den eingesprühten Unterlagen zurück, dafür jedoch eine traumhafte, aber nicht aufdringliche Duftkomposition aus Zirbe und Berglavendel. Während die Zirbe (eine im Alpenraum vorkommende Kiefernart) einen angenehm würzig-balsamischen Duft verströmt, riecht der enthaltene Berglavendel eher aromatisch. Beide zusammen sind außerdem für ihre entspannende bzw. beruhigende Wirkung bekannt. Zudem gelten beide als keimwidrig und damit auch als bakterienhemmend.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Über eine gute Atmosphäre in einer Tierheilpraxis entscheiden unter anderem Gerüche bzw. Düfte.
  • Ein behandelnder Tierheilpraktiker sollten möglichst geruchsneutral sein, damit es zu keinen ablehnenden bzw. negativen Reaktionen bei Mensch und Tier kommt.
  • Gerüche, die etwa vom tierischen Patienten ausgehen, können meist schon durch intensives Lüften vor und nach einem Patiententermin zum Verschwinden gebracht werden.
  • Hartnäckige Gerüche können zudem sehr gut mithilfe von Zitronenöl in Duftlampen oder speziellen Verneblern beseitigt werden. Zusätzlich reinigt und desinfiziert dieses ätherische Öl die Raumluft.
  • Rosmarinöl in Reinigungsmitteln für Oberflächen beseitigt ebenfalls unangenehme Gerüche.
  • Mit der Bach-Blüten-Essenz „Crab Apple“ versetztes Wasser kann mittels Blumensprüher in der Tierheilpraxis verteilt werden und ebenfalls für gute Luft sorgen.
  • Das „Fühl Dich wohl“ Spray von Feele vertreibt ebenfalls schlechte Gerüche und sorgt für ein entspanntes Raumklima.

Homöopathische Tierarzneimittel bevorraten?

„Welche homöopathischen Tierarzneimittel sollte ich mir zum Praxisstart anschaffen? Welche Potenzen brauche ich?“ Diese Fragen stellen mir angehende Tierheilpraktiker immer wieder. Bevor ich erzähle, wie ich das in meiner Praxis handhabe, sollten Sie Folgendes wissen:

Betriebswirtschaftlich betrachtet, stellt der Kauf – in diesem Fall von einem homöopathischen Tierarzneimittel – zunächst einmal eine Bindung von Kapital dar. Daraus wird erst dann idealerweise mehr Geld, wenn man als Tierheilpraktiker ein solches Medikament zur Behandlung eines tierischen Patienten in der Praxis anwendet und dem Tierhalter in Rechnung stellt.

Finanzielles Risiko für Praxisneulinge

Starten Sie jedoch ganz frisch mit Ihrer Tierheilpraxis in die Selbstständigkeit, dann ist die Anzahl der tierischen Patienten zunächst einmal relativ gering – diese wird erst nach und nach zunehmen. Haben Sie nun als Tierheilpraktiker viele unterschiedliche homöopathische Arzneimittel für die Praxis angeschafft, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass Sie diese nicht bis zum Erreichen des Verfallsdatums aufbrauchen werden. Darüber hinaus nimmt dieses Risiko weiter zu, wenn Sie von einem bestimmten Arzneimittel unterschiedliche Potenzstufen haben. Abgelaufene Medikamente müssen jedoch entsorgt werden – dies gilt auch für Homöopathie*. In einem solchen Fall verlieren Sie allerdings Geld, da dieses nach wie vor in „Ware“ gebunden ist und nicht in mehr Geld umgewandelt werden kann.

Auf homöopathische Tierarzneimittel verzichten, spart Geld

Was ist also die Lösung dieses Problems? Ich selbst, arbeite nicht ausschließlich klassisch homöopathisch*. Deshalb wende ich neben Ad us. vet.-Einzelmitteln immer wieder homöopathische Ad us. vet.-Komplexmittel an, mit denen ich schon eine ganze Menge beim Tier erreichen kann (zum Beispiel von Weravet, Dr. Reckeweg, Heel oder DHU).

Darüber hinaus liegt der Behandlungsschwerpunkt meiner Tierheilpraxis auf dem Verdauungssystem von Hund und Katze. In meinem Arzneimittelbestand finden sich daher zurzeit lediglich vier (!) homöopathische Ad us. vet.-Präparate. Diese vier Tierarzneimittel kommen (erfahrungsgemäß) in meiner Tierheilpraxis immer wieder beim tierischen Patienten zum Einsatz.

Homöopathische Tierarzneimittel rezeptieren

Für alle anderen homöopathischen Arzneimittel, die ich zur Behandlung eines tierischen Patienten brauche, stelle ich dem Tierhalter ein Rezept aus. Damit kann er das rezeptierte Arzneimittel in der Apotheke kaufen und sein Tier damit zu Hause behandeln. Die Vorteile, die sich daraus für mich ergeben, sind folgende:

  1. Indem ich nur eine geringe Anzahl von homöopathischen Tierarzneimitteln bevorrate, binde ich relativ wenig Kapital. Damit nimmt auch das Risiko ab, dass die „Ware“ nicht in mehr Geld umgewandelt wird.
  2. Da ich als Tierheilpraktiker überwiegend mit chronischen Erkrankungen beim Tier konfrontiert werde, sind Notfälle eher selten. Daher ist ein kurzfristig verfügbarer Arzneimittelbestand sowieso nur in einigen wenigen Fällen erforderlich.
  3. Da homöopathische Ad us. vet.-Einzel- bzw. Komplexmittel überwiegend in Form von Ampullen angeboten werden, kann ich sie vielfältig beim Tier anwenden (zum Beispiel oral, also über das Maul, per Injektion oder durch Aufsprühen bzw. Einreiben in die Haut).
  4. Eine geringe Anzahl homöopathischer Ad us. vet.-Medikamente bedeutet außerdem weniger Arzneimittelnachweise (für Erwerb und Anwendung), aber auch ein geringeres Risiko, dass diese Mittel verfallen und ungenutzt entsorgt werden müssen (siehe oben).
  5. Schon die Einlösung des Rezepts in einer Apotheke kann dazu beitragen, dass sich ein Patientenbesitzer in den Behandlungsprozess seines Tieres stärker eingebunden fühlt. Dies fördert unter anderem eine positive Mensch-Tier-Beziehung.

Fazit

Weniger, kann durchaus mehr sein. Von daher sollte der Kauf von homöopathischen Arzneimitteln und damit ihre Bevorratung von einem Tierheilpraktiker immer gut überlegt werden.

* Ich weise darauf hin, dass diese Therapie(n) wissenschaftlich umstritten und von der Lehrmedizin nicht anerkannt ist/sind.

Stolperfalle: Ohruntersuchung

Die Ohruntersuchung (etwa von Ohrmuschel, äußerem Gehörgang und Trommelfell) gehört bei Hund oder Katze zu jeder Allgemeinuntersuchung dazu. Denn Ohrmilben, aber auch krankmachende Bakterien und Pilze führen teils zu einer schweren Ohrenentzündung, wenn sie nicht frühzeitig entdeckt werden. Veränderungen im Ohr komme ich als Tierheilpraktiker mithilfe eines sogenannten Otoskops bzw. Ohrenspiegels auf die Spur – dies ist ein medizinisches Instrument.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Ohruntersuchung

Damit Hund oder Katze bei der Untersuchung der Ohren keinen Schaden nehmen, lasse ich zunächst den Kopf eines Tieres durch den Besitzer fixieren. Dies geschieht, bevor ich den aufgesetzten Trichter des Otoskops in den Gehörgang des Hundes oder der Katze (mit oder ohne Ohrenentzündung) einführe.

Doch was ist eigentlich genau damit gemeint, wenn das Tier vor bzw. während der Untersuchung der Ohren fixiert werden soll? Nehmen wir zum Beispiel einen Hund, der auf einem Behandlungstisch sitzt oder steht.

Fixierung für eine Ohruntersuchung

  • Die rechte bzw. linke Körperseite des Hundes drückt sich dabei eng an Bauch bzw. Brust des danebenstehenden Tierbesitzers – beide sind quasi wie zwei Magnete, die sich anziehen. Währenddessen umfasst der Tierhalter seinen Hund mit dem Arm an Hals oder Brustkorb. Dadurch zappelt das Tier weniger und kann nicht vom Behandlungstisch herunterspringen.
  • Die jetzt noch freie Hand des Tierbesitzers umfasst zusätzlich von oben kommend möglichst vollständig den Fang des Hundes – bitte währenddessen nicht die Nase des Tieres zudrücken. Damit der Körperkontakt noch enger und die Fixierung des Hundes noch intensiver wird, legt der danebenstehende Tierhalter außerdem Hals und Kopf des Tieres quasi um seine Hüfte herum. Erst, wenn das geschehen und das Tier sicher fixiert ist, darf ich als Tierheilpraktiker den Ohrtrichter des Otoskops vorsichtig in den Gehörgang des Hundes einführen.

Erst mal Licht aus im Gehörgang

Ebenfalls wichtig: Das Licht des Otoskops schalte ich als Tierheilpraktiker erst dann ein, wenn der Ohrtrichter bereits im Gehörgang ist. Denn sollte das Tier Ohrmilben haben, dann würde ich sie mit dem Lichtstrahl des Ohrenspiegels frühzeitig vertreiben. Sie wären dann nicht mehr mit dem Otoskop im Gehörgang erkennbar.

Hygiene bei der Ohruntersuchung

Für jedes der beiden Ohren nehme ich zur Untersuchung jeweils einen „frischen“ Ohrtrichter. Dadurch werden bei Hund oder Katze weder Ohrmilben, noch krankmachende Bakterien oder Pilze, die eine Ohrenentzündung begünstigen, von einem Ohr ins andere übertragen.

Seltene Ohruntersuchung beim Pferd

Beim Pferd werden die Ohren nur selten mithilfe eines Otoskops untersucht, nämlich zum Beispiel dann, wenn eine Erkrankung in dem Bereich vorliegt. Ich selbst hatte diesen Fall noch nicht in meiner Tierheilpraxis. Sehr viel Haar im äußeren Gehörgang, aber auch seine Länge machen die Untersuchung eines Pferdeohres zudem schwierig. Außerdem kann man die Ohren eines aufrechtstehenden Großpferdes vielfach nur schwer ohne Leiter oder Ähnliches erreichen. Darüber hinaus zieht ein Pferd vielfach seinen Kopf bei einer intensiven Berührung der Ohren ruckartig weg.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Das gründliche Anschauen der Ohren gehört bei Hund oder Katze zur Allgemeinuntersuchung dazu.
  • Der Gehörgang des Tieres wird mithilfe eines speziellen Instruments, nämlich mit einem Otoskop untersucht.
  • Bevor der Trichter des Otoskops vorsichtig in den Gehörgang von Hund oder Katze eingeführt wird, muss der Kopf des Tieres sicher fixiert werden. Dies macht der Tierhalter unter Anleitung des Tierheilpraktikers.
  • Für die Begutachtung jedes Ohres wird jeweils ein „frischer“ Ohrtrichter verwendet, damit zum Beispiel krankmachende Keime (etwa Bakterien oder Pilze) nicht von einem Ohr in das andere gelangen.
  • Beim Pferd werden die Ohren in der Regel nicht bei der Allgemeinuntersuchung angeschaut – hierfür gibt es verschiedene Gründe. Ausnahme: Es wird bei einem Pferd eine Erkrankung in dieser Region vermutet.